23.09.2020 14:15 |

Gewalt gegen Frauen

Raab: „Noch immer 1000 Wegweisungen pro Monat“

Österreich ist, was häusliche Gewalt angeht, relativ gut durch die Corona-Krise gekommen. Der Anstieg bei Wegweisungen und Betretungsverboten war vergleichsweise gering - dennoch gibt es nichts zu beschönigen. Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) kündigte einen Gipfel an. Im krone.tv-Gespräch mit Damita Pressl erläutert sie die Kernthemen. Jeder Fall von Gewalt gegen Frauen sei einer zu viel, betonte sie.

Experten hatten, als sich der Lockdown abzeichnete, vor einem enormen Anstieg der häuslichen Gewalt gewarnt. Dennoch sei man ganz gut durch die Krise gekommen, aber „wir haben immer noch rund 1000 Annäherungs- und Betretungsverbote pro Monat“, so Raab. „Das heißt rund 1000-mal rufen Frauen die Polizei und sagen: ,Ich brauche Hilfe.‘ Das ist 1000-mal zu viel.“ Besonders besorgt ist die Ministerin, weil laut Statistik nur 50 Prozent der Menschen, die häusliche Gewalt wahrnehmen, die Polizei alarmieren: „Unbedingt anrufen“, rät sie.

„Gewaltfreies Leben ist Basis für Selbstbestimmung“
Beim angekündigten Gewaltschutzgipfel, der unter intensiver Zusammenarbeit mit dem Innenministerium unter Karl Nehammer (ÖVP) abgehalten wird, soll es vor allem um Stärkung des Gewaltschutzes gehen: „Es ist mir ein Anliegen, dass Frauen gewaltfrei leben können. Denn auch das ist eine Basis für Selbstbestimmung.“ Gute Erfahrungen habe man hier beispielsweise mit Informationsveranstaltungen gemacht. Auch gebe es laufend Gespräche mit Experten und den Leiterinnen der Frauenhäuser und Beratungseinrichtungen.

Gespräche mit Opfern seien ebenfalls ein guter Ansatz, den sie mitnehme, so die Ministerin auf eine entsprechende Frage von Damita Pressl. Sehr wichtig sei, so Raab, gegen „patriarchale Ehrvorstellungen“ vorzugehen.

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