"Gehirn-Training"

Aktivität macht Hirnzellen kontaktfreudiger

Wissenschaft
02.10.2010 14:56
Nervenzellen in Gehirn werden umso kontaktfreudiger, je häufiger sie aktiv sind. Welche Zellprozesse zu diesem Trainingseffekt beitragen, haben Hirnforscher der Universität Bonn jetzt geklärt.

Jeder elektrische Reiz läuft vom Zellkörper zur Synapse, der Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen. Dort werden chemische Botenstoffe ausgeschüttet, die an der Nachbarzelle andocken. Diese produziert ein elektrisches Signal und leitet es weiter. Wie viel Botenstoffe an der Synapse freigesetzt werden, hängt von ihrem Training ab: Bei häufiger Reizung kann sie auf einen Schlag große Mengen Neurotransmitter ausschütten.

"Wir konnten erstmals zeigen, dass für den Umbau der Synapse nicht nur die regelmäßige lokale Stimulierung verantwortlich ist", sagte Studienleiter Heinz Beck von der Uni Bonn. "Er hängt auch ganz entscheidend von der Reizung des einige Millimeter entfernten Zellkörpers ab." Einen Trainingseffekt beobachteten die Forscher nur dann, wenn sie sowohl den Zellkörper als auch die Synapse regelmäßig elektrisch reizten.

Der Zellkörper enthält das genetische Material der Nervenzelle. Die Wissenschaftler vermuten im "Journal of Neuroscience", dass die regelmäßige elektrische Reizung gezielt Erbinformationen aktiviert. Daraufhin produziere der Zellkörper vermehrt Proteine, die für die Funktion der Synapse wichtig sind.

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