Veli Kavlak brachte die Hütteldorfer zwar vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion in der 51. Minute in Führung, doch Holosko (55.) - unter Mithilfe von Rapid-Goalie Hedl - und Bobo (64.) sorgten mit ihren Treffern für die schnelle Wende und den Sieg der Türken. Die Hausherren ermöglichten den Türken durch Unachtsamkeiten den Sieg. Beim Treffer von Holosko patzte Hedl, beim Tor von Bobo die gesamte Hintermannschaft. Zudem ließ der eingewechselte Vennegoor of Hesselink in der 83. Minute bei einem Kopfball die Riesenchance auf das 2:2 aus.
In der Startelf war für den Niederländer kein Platz gewesen, weil Rapid mit der bewährten 4-2-3-1-Europacup-Formation mit Nuhiu an vorderster Front begann. Am rechten Flügel agierte diesmal Trimmel, der mit seinen Vorstößen in der ersten Hälfte des öfteren Gefahr erzeugte. Zu zwingenden Chancen kamen die Gastgeber aber in der gesamten ersten Hälfte nicht, auch wenn sie die technische Überlegenheit von Besiktas mit viel Kampfgeist zu kompensieren versuchten.
Türken zeigten sich als ballsichere Elf
Besiktas erwies sich trotz eines unauffälligen Guti als die erwartet ballsichere Mannschaft, die das Spielgerät gut in ihren Reihen hielt, mit ihrem Latein jedoch oft vor dem Rapid-Strafraum am Ende war. Wenn es brenzlig wurde, dann zumeist über Quaresma, gegen den Pacult überraschend Sonnleitner als Bewacher aufbot.
Der gelernte Innenverteidiger machte gegen den portugiesischen Flügel zumeist gute Figur, nur in der 12. Minute hatte er das Nachsehen, als Quaresma einen Schlenzer an die Stange setzte. Nach einem von Hedl parierten Hilbert-Volley (36.) war es mit den Offensiv-Akzenten des 13-fache türkischen Meisters vorerst wieder vorbei, zumal Quaresma vier Minuten zuvor verletzt vom Platz musste.
Rapid nach der Pause mit mehr Druck
Nach der eher ereignislosen ersten Hälfte nahm die Partie gleich nach dem Seitenwechsel Fahrt auf. Rapid agierte mit mehr Druck nach vorne und ging in der 51. Minute durch eine sehenswerte "türkische" Co-Produktion in Führung. Pehlivan bediente Kavlak, der Toraman aussteigen ließ und via Innenstange zum 1:0 traf - fast genau auf jenem Rasenziegel, auf dem Quaresma seinen Pfostenschuss fabriziert hatte. Nur drei Minuten später musste Besiktas-Goalie Arikan gegen Nuhiu sein ganzes Können aufbieten, doch praktisch im Gegenzug folgte die kalte Dusche für Grün-Weiß.
Nach einem weiten Pass von Ernst konnte Hedl den Ball nicht entscheidend festhalten, der für Quaresma eingewechselte Holosko nutzte den Lapsus und schob zum Ausgleich ein (55.), was Besiktas-Anhänger dazu veranlasste, brennende Bengalen auf Rapid-Fans zu werfen. Fast mit dem Anstoß verzeichneten die Rapidler durch eine Trimmel-Flanke einen Lattenschuss und begingen in den Minuten danach den Fehler, zu viel Risiko zu nehmen.
Drei Großchancen für die Türken binnen sechs Minuten
Plötzlich standen die Formationen nicht mehr eng, was Besiktas drei Großchancen binnen sechs Minuten ermöglichte. Holosko scheiterte zunächst an der Latte (58.) und an Hedl (60.), ehe Bobo nach Pass von Tabata das Siegestor erzielte (64.). Bei beiden Treffern schrammten die Türken nur haarscharf am Abseitspfiff vorbei.
In den letzten Minuten kämpfte Rapid verbissen um den Ausgleich und wäre in der 83. Minute fast belohnt worden. Nach einer Flanke von Kavlak köpfelte Vennegoor of Hesselink völlig freistehend aus wenigen Metern genau auf Arikan, womit die erste Heimniederlage nach vier Europacup-Partien perfekt war.
Porto und Besiktas in der Tabelle vorne
Besiktas hält damit in der Gruppe L ebenso wie Tabellenführer Porto, der im Parallelspiel bei ZSKA Sofia 1:0 (1:0) erfolgreich blieb, nach dem zweiten Spieltag beim Maximum von sechs Zählern, während Tabellenschlusslicht Rapid ebenso wie der bulgarische Vizemeister noch punktlos ist.
In der nächsten Runde muss das Team von Peter Pacult am 21. Oktober (19 Uhr) in Sofia antreten, zur selben Zeit treffen in Istanbul Besiktas und Porto aufeinander.










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