"Gut, ein bissl was gestehe ich", sagt der 62-jährige Angeklagte. "Was krieg' ich dafür?" Die Richterin schluckt. Schließlich hat der Mann 28 Vorstrafen auf dem Kerbholz.
Der 62-Jährige hat zehn Bandscheibenvorfälle hinter sich und bekommt deshalb schon seit Jahren starke Schmerzmittel. Die er aber gar nicht alle braucht, wie's ausschaut. "Zwei Drittel haben Sie verkauft", schimpft der Ankläger. "Ein Drittel", handelt der Angeklagte herunter: "Höchstens!"
14.000 Euro Schaden für Krankenkasse
Es lässt sich nachvollziehen, dass er von Ärzten großzügige Mengen der auf dem Drogenmarkt begehrten Medikamente – sie werden auch in Substitutionsprogrammen verwendet – bekommen hat. "Der Gebietskrankenkasse allein ist so ein Schaden von fast 14.000 Euro entstanden", informiert eine Kassenvertreterin.
Vom Schaden, den der Dealer-Opa seinen Kunden zugefügt hat, gar nicht zu reden: Als Belastungszeugen marschieren allesamt junge Menschen auf, denen man die Sucht nicht ansieht – die aber in "Bestzeiten" jeden Freitag ihre Ration abgeholt haben. Um die genauen Mengen abzuklären – die Rede ist ja von zigtausend Pillen – wurde der Prozess vertagt.
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