Wegen Bankenkollaps

Islands Ex-Premier wird vor Gericht gestellt

Ausland
28.09.2010 21:54
Islands früherer Ministerpräsident Geir Haarde wird vor Gericht gestellt. Er soll mitverantwortlich für den Banken- Kollaps vor zwei Jahren sein. Das Parlament in Reykjavik stimmte am Dienstag mit 33 gegen 30 Stimmen für ein "Reichsgerichtsverfahren" gegen den konservativen Politiker.

Ein ebensolches Verfahren gegen die frühere sozialdemokratische Außenministerin Ingibjörg Solrun Gisladottir lehnte das "Althing" mit 34 zu 29 Stimmen ab. Haarde und seiner Außenministerin sowie zwei weiteren Ministern wird in einem parlamentarischen Untersuchungsbericht grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen.

Sie sollen Warnungen über den bevorstehenden Kollaps der Banken in den Wind geschlagen und nach außen weiter Optimismus verbreitet haben. Haarde weist die Anschuldigungen zurück und erklärte, er sei von seinen Beratern und Bankexperten belogen worden.

Haarde kann zu einer Haftstrafe von maximal zwei Jahren verurteilt werden. Nie zuvor seit Islands Unabhängigkeit 1944 hat es ein derartiges Verfahren vor einem vom Parlament eingesetzten Sondergericht gegen führende Politiker gegeben.

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