Drei Jahre Haft

Kurde wegen Schuh-Wurf auf Erdogan verurteilt

Ausland
22.09.2010 16:10
Ein syrischer Kurde ist in Spanien zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er einen Schuh auf den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan geworfen hatte. Ein Provinzgericht wies die Berufung von Hokman Joma zurück und bestätigte die Entscheidung der Vorinstanz, wie die Justizbehörde am Mittwoch mitteilte.

Der Kurde hatte im Februar einen Schuh auf Erdogan geworfen, als dieser während eines Besuchs in Sevilla in ein Auto stieg. Der Schuh flog über den Regierungschef hinweg. Der Schuhwerfer rief auf Spanisch "Lang lebe Kurdistan" - eine Anspielung auf die umstrittene Politik der türkischen Regierung gegenüber der kurdischen Minderheit im Südosten des Landes. Seit 1984 liefern sich die türkischen Streitkräfte Kämpfe mit kurdischen Rebellen.

Viele Nachahmungstäter
Seit dem Versuch eines irakischen Journalisten, Ende 2008 in Bagdad einen Schuh auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush zu werfen, hat es viele Nachahmer gegeben. Auch der irakische Schuhwerfer wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, später wurde die Strafe aber auf ein Jahr reduziert. In der arabischen Welt gilt es als Zeichen größter Verachtung, einen Schuh auf jemanden zu werfen.

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