22.08.2020 17:02 |

Wegen Covid-Impfstoff

Trump ortet Verschwörung bei US-Zulassungsbehörde

Donald Trump hätte bis zur Präsidentenwahl gerne eine Erfolgsmeldung und macht daher bei der Entwicklung und Zulassung eines Coronavirus-Impfstoffs gehörig Druck auf die dafür zuständige Bundesbehörde. Mit Beschuldigungen: Bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde (kurz FDA) würden ihm feindlich gesinnte Beamte die Entwicklung von Covid-19-Medikamenten und Impfstoffen erschweren, damit es vor der Wahl am 3. November keine Erfolgsmeldung geben könne, behauptete Trump am Samstag auf Twitter.

Die Vertreter des „tiefen Staates, oder wer auch immer“, würden es den Pharmaunternehmen schwer machen, Probanden für Medikamente und Impfstoffe zu bekommen, schrieb Trump weiter. An den FDA-Chef Stephen Hahn gerichtet schrieb er: „Wir müssen uns auf Geschwindigkeit und das Retten von Leben konzentrieren.“

Experten warnen vor politischer Einmischung
Trump hatte bereits zuvor gesagt, er hoffe, dass es etwa zur Zeit der Wahl einen Impfstoff geben werde. Experten haben allerdings gewarnt, dass jegliche politische Einmischung in den Prozess der Erprobung und Zulassung eines Impfstoffs dessen Legitimität und Sicherheit infrage stellen könnte. Sollte es bezüglich des Impfstoffs Zweifel geben, könnten viele Menschen auf eine Impfung verzichten, womit die Pandemie letztlich schwerer einzudämmen wäre.

Behördenchef Hahn hat wiederholt erklärt, dass sich die Behörde bei der Zulassung eines Coronavirus-Impfstoffes an ihre bekannten und streng wissenschaftlichen Abläufe halten werde. Es gebe keinen Druck auf die FDA, ihre bewährten Kriterien aufzuweichen, sagte er weiter.

Klinische Studien mit 30.000 Testpersonen
Derzeit befinden sich mehrere Impfstoffkandidaten in großen klinischen Studien mit bis zu 30.000 Probanden. Sollten diese im Herbst erfolgreich abgeschlossen sein, könnten die Aufsichtsbehörden mit dem - normalerweise aufwendigen und langwierigen - Prozess der Zulassung beginnen. Experten der US-Regierung, darunter der renommierte Immunologe Anthony Fauci, haben sich zuversichtlich gezeigt, dass es Anfang 2021 einen Impfstoff geben könnte.

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