18.08.2020 06:00 |

„Krone-Kommentar“

Traurige Realität

Nach Maske, Corona-Party, Quarantäne und Babyelefant hält nun der Gurgeltest Einzug in den Sprachschatz dieses seltsamen Jahres. Er soll, wie der Unterrichtsminister bei seiner Pressekonferenz - aber eigentlich schon Sonntagabend in der „ZiB 2“ - erklärte, an 250 Schulen in ganz Österreich zum Einsatz kommen.

Die Testung von 15.000 Schülern und 1200 Lehrern nennt er „Monitoring“, grundsätzlich werde es „normalen Regelbetrieb“ an den Schulen geben, Eltern sollten sich keine Sorgen machen.

Das ist nett gemeint vom „freundlichen Riesen“ - Faßmann liegt im Vertrauensindex gleich nach Bundespräsident, Kanzler, Gesundheitsminister und Vizekanzler an fünfter Stelle -, ist aber für Eltern von schulpflichtigen Kindern ein schwacher Trost. Ungefähr so zielführend, wie einem depressiven Menschen zu sagen, er solle nicht traurig sein.

Faßmanns Konzept hängt am Ampelsystem, das aber wiederum erst nach Schulbeginn startet. Bei Grün ist alles „normal“, bei Gelb müssen Schüler außerhalb der Klasse Maske tragen, bei Rot werden sie nach Hause geschickt.

Ob das nun ein Konzept ist, sei dahingestellt, die traurige Realität schaut so aus: Es wird im Herbst bei Schülern und Lehrern zu Infektionen kommen, es werden immer wieder Schulen zusperren müssen, und es werden Eltern erneut vor die Herausforderung gestellt sein, Home-Office und Home-Schooling unter einen Hut bringen zu müssen. Normal ist das nicht. Eher besorgniserregend.

Conny Bischofberger, Kronen Zeitung

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