Schlussendlich setzte sich doch das beste Powerplay-Team der Liga gegen die Defensivkünstler aus Graz durch! Dabei klappte die große VSV-Stärke lange nicht – Graz, das heuer bislang kein einziges Powerplaytor erzielt hatte, ging hingegen nach zwölf Minuten durch Norris in Überzahl 1:0 in Front.
VSV vergab sieben Powerplays, darunter auch 104 Sekunden mit zwei Mann mehr. Im achten "Streich", 4:14 Minuten vorm Ende, brach aber Matt Ryan den Bann: Graz-Keeper Weinhandl konnte einen Ferland-Hammer nicht festhalten, Ryan staubte ab. Sein erstes Saisontor. Der 2:1-Sieg war in der Tasche.
Lange schaute es nicht danach aus. Die Steirer übernahmen bald das Kommando, VSV verschlief das erste Drittel beinahe – mit einer tollen Einzelaktion besorgte Andi Kristler, dessen Handgelenksschuss genau ins Kreuz passte, das glückliche 1:1 (17.). Im zweiten Drittel kamen die Adler auf Touren, trotzdem blieben Chancen Mangelware. Graz war auch extrem defensiv eingestellt, verteidigte oft mit vier Mann an der Blauen. Herr Teamchef Bill Gilligan, was ist das für ein unattraktives Spiel?
Aber VSV ließ sich nicht entmutigen, kämpfte weiter – und Ryan ließ die Villacher Fans jubeln. Nach fünf Pleiten in Serie der erste Sieg über die Grazer. . .
Das Kuriosum stieg bereits vor Spielbeginn: Referee Cervenak hatte Fieber, konnte nicht pfeifen. So wurde in der Halle verzweifelt ein geprüfter Schiedsrichter gesucht – und mit dem Linzer Markus Stöckl gefunden. Er sprang als Linesman ein.
Linz, nach drei Auftaktpleiten mit dem Rücken zur Wand, begann stark, der KAC musste enorm körperbetont spielen, um dagegenhalten zu können. Aber leider patzte der Keeper: Swette, erstmals wieder in der Grundformation, ließ einen Puck kurz prallen – 1:0 für die Oberösterreicher durch Shearer (7.). Aber die Rotjacken wehrten sich verbissen – eine Furey-Granate unter die Latte zum 1:1 (16.) war der Lohn.
Im Mitteldrittel herrschte Waffenstillstand, beide Teams wollten einander nicht wehtun, um zum großen Showdown im Schlussdrittel voll da zu sein. Der KAC nahm's besonders ernst, verjuxte sogar eine 5:3-Überzahl über 108 Sekunden stümperhaft.
Nachdem schon ein "falscher" Referee pfiff, gab's für die Klagenfurter einen ganz falschen Schlussabschnitt: Mayr eröffnete Drittel drei mit einem verdeckten Schuss und dem 2:1 für Graz (42.) – Swette reagierte gar nicht. Elf Minuten danach kassierte Swette durch die Schoner das dritte Stück von MacDonald. Das 4:1 war noch die Linzer Draufgabe.
von A. Kurka, F. Rauter und B. Kneidinger, Kronen Zeitung
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