Eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten wurde nicht näher als einen Kilometer an das Festgelände herangelassen. Demnach blieben auch Rangeleien zwischen Exponenten der rechten und der linken Szene aus. Im Vorjahr hatten sich trotz der Absage bei einem von der FPÖ veranstalteten "Wandertag" Gegner und Befürworter des Treffens - unter Ihnen etwa der bekannte Neonazi Gottfried Küssel - kleine Handgemenge geliefert.
Scheuch fordert Ende der "Hetzkampagnen"
Österreichische "Prominenz" aus der extremen Szene blieb heuer aus, dafür fanden wieder einige Vertreter der Landespolitik zu der Veranstaltung. LHStv. Uwe Scheuch forderte etwa die Medienvertreter auf, die "Hetzkampagne" gegen eine ganze Generation von Kriegsheimkehrern zu beenden. "Sie hatten nur eines im Sinn, nämlich die Heimat zu verteidigen", meinte Scheuch.
Wie viele der 400 Gäste tatsächlich noch als Soldaten im 2. Weltkrieg im Einsatz waren, blieb unklar. Nur die wenigsten waren augenscheinlich 80 Jahre und älter. Von den Veranstaltern wurden aber Delegationen aus Flandern, Estland, Finnland, aus dem Elsass, Italien und Deutschland begrüßt.
Tauschitz: "Nicht über Tote richten"
Für die ÖVP trat Klubobmann Stephan Tauschitz ans Rednerpult und stellte die Forderung "Nie wieder Krieg" in den Raum. Gleichzeitig forderte er dazu auf, "nicht über die Toten zu richten". Das müsse man Gott überlassen, so Tauschitz. Er übte auch Kritik an Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ), der im Vorjahr die Teilnahme des Bundesheers an der Veranstaltung untersagt hatte, nachdem der Handel mit NS-Devotionalien im Umfeld der Urichsberggemeinschaft bekanntgeworden war.
Seitens der SPÖ wurden keine aktiven Politiker beim Herzogstuhl gesehen. Wohl trat aber der ehemalige SPÖ-LHStv. und jetzige Präsident der Ulrichsberggemeinschaf, Rudolf Gallob, zum Mikrofon. "Wir wollen kein Lob, aber auch nicht verteufelt werden, dass wir in den Krieg ziehen mussten", sagte Gallob. Die Festrede hielt der ehemalige FPÖ-Bundesminister Herbert Haupt. Das Treffen endete mit einer Kranzniederlegung beim Herzogstuhl.
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