04.08.2020 11:24 |

Corona-Stillstand

Österreichs Autofahrer sparten sich über 1 Mrd. €

Rund 1,1 Milliarden Euro haben sich Österreichs Autofahrer heuer im ersten Halbjahr aufgrund der Corona-Krise gespart. Dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zufolge wurde deutlich weniger getankt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, zusätzlich lagen die Treibstoffpreise im Durchschnitt etwa um zehn Prozent tiefer als vor einem Jahr. Die Ersparnis bei den Dieselkosten lag demnach bei etwa 700 Millionen Euro, jene bei den Kosten für Benzin bei rund 400 Millionen Euro.

Der Erdölverbrauch des Verkehrs sei aber nach wie vor hoch, kritisiert der VCÖ und fordert verstärkte Maßnahmen, um die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu reduzieren. Immerhin wurden immer noch rund 4,1 Milliarden Liter verbrannt; 5,1 Milliarden waren es im Vergleichszeitraum gewesen. So habe der Verkehr um rund 2,5 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase verursacht als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Deutlicher Rückgang beim Spritverbrauch
„Der deutliche Rückgang beim Spritverbrauch hat im ersten Halbjahr sowohl die Umwelt, als auch die Geldbörse von Autofahrerinnen und Autofahrern geschont“, fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger die aktuelle Analyse zusammen. Es brauche aber unbedingt Lenkungsmaßnahmen, die den Verkehr nachhaltig auf Klimakurs bringen.

„Zum einen sind die klimaverträglichen Mobilitätsangebote zu forcieren, wie ein dichteres Öffi-Netz mit häufigeren Verbindungen und der Ausbau der Rad-Infrastruktur“, fordert Schwendinger. Dazu brauche es „stärkere Anreize für ein klimaverträgliches Mobilitätsverhalten, etwa durch die Umsetzung von Mobilitätsmanagement durch Betriebe und durch steuerliche Maßnahmen, die klimaverträgliches Verhalten belohnen und den CO2-Ausstoß höher bepreisen“.

400 Millionen Euro Ersparnis bei Benzinkosten
Die Autofahrer haben sich jedenfalls heuer viel Geld gespart. So tankten die Autofahrer um fast 250 Millionen Liter weniger Benzin über heimische Zapfsäulen in die Tanks. Ausgegeben wurden dafür im ersten Halbjahr rund 880 Millionen Euro - um gut 400 Millionen Euro weniger als im ersten Halbjahr 2019. Erst vor dem Sommer sind die Preise aufgrund der höheren Nachfrage wieder leicht angestiegen.

Für Diesel wurden 700 Millionen Euro weniger ausgegeben
Auch bei Diesel nahm der Verbrauch deutlich ab. Während im ersten Halbjahr 2019 noch 4,1 Milliarden Liter Diesel in Österreich getankt wurden, waren es im heurigen Halbjahr nur rund 3,3 Milliarden Liter. Davon wurden aber mehr als 40 Prozent von Lkw getankt. Laut VCÖ flossen rund 450 Millionen Liter Diesel weniger in die Tanks der Diesel-Pkw als vor einem Jahr. Zudem war für einen Liter Diesel heuer im Schnitt um 13 Cent weniger zu bezahlen als von Jänner bis inklusive Juni 2019. Bei den Dieselkosten kam dadurch eine Gesamtersparnis von über 700 Millionen Euro zustande.

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