02.08.2020 11:06 |

Mehr Kontrollen

Rendi-Wagner: Mehr Schutz für prekär Beschäftigte

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat sich aufgrund der Corona-Krise für mehr Schutz für Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen ausgesprochen. Sie fordert auch, dass Leiharbeiter und Erntehelfer besser vor Ausbeutung geschützt werden. Nicht ohne Grund würden Corona-Cluster wiederholt dort auftauchen, wo Arbeitnehmer ausgebeutet würden. „Dort müssen wir für bessere Arbeitsbedingungen sorgen“, erklärte sie.

Leiharbeit müsse immer die Ausnahme und dürfe nie die Regel sein, betonte die SPÖ-Chefin und verlangte eine gesetzliche Beschränkung von Leiharbeit und Werkverträgen.

Begrenzung bei Leiharbeit
Es sollten maximal zehn Prozent einer Belegschaft Leiharbeiter sein dürfen, und es sollte spätestens nach 18 Monaten beim gleichen Arbeitgeber eine Übernahmeverpflichtung in die Stammbelegschaft geben. Um mehr Kontrollen in Betrieben mit Leihbeschäftigten zu ermöglichen und um Missbräuche zu unterbinden, sollte die Zahl der Arbeitsinspektoren von 300 auf 350 aufgestockt und auch die Kapazität der Finanzpolizei erhöht werden.

Mindestlohn von 1700 Euro
Außerdem dürfe Leiharbeit kein Freibrief dafür sein, Menschen unter schlechten Bedingungen anzustellen und unterzubringen. Flächendeckend sollte es einen Mindestlohn von 1700 Euro monatlich geben, den auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) gesetzlich für das gesamte Bundesgebiet fordert. Derzeit seien es je nach Bundesland etwas unter 1500 Euro.

Gewerkschaft fordert Gipfel zu prekärer Arbeit
Zur Seite sprang der SPÖ-Chefin dabei ÖGB-Chef Wolfgang Katzian. In einer Aussendung forderte er am Sonntag einen Gipfel zu prekärer Beschäftigung. Er wies darauf hin, dass auch vor der Pandemie schon 300.000 Menschen in Österreich als „working poor“ galten, also das sie trotz bezahlter Arbeit unter der Armutsgrenze leben. In Österreich seien 1,3 Millionen Arbeitnehmer in Arbeitsverhältnissen tätig, die nicht unbefristet seien, sondern in Teilzeit, geringfügig, befristet, als Praktikant oder Leiharbeiter.

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