12.07.2020 14:00 |

Tiroler lebt Hobby

Im Auge des Sturms ist der Wetterjäger daheim

Wenn sich seine Lieblingswolken - mächtige Cumulonimbus-Formationen - am Himmel auftürmen, steigt bei Markus Bayrhofer (32) der Puls. Das Wetter und alle seine Extreme haben es dem Tiroler schon als Kind angetan. Als Sturm- und Gewitterjäger beeindruckt er auf seiner Facebook-Seite mehr als 30.000 Fans.

Freitag, 17 Uhr, Ebbs im Bezirk Kufstein: Vom Oberland zieht eine Gewitterfront heran, Markus Bayrhofer verfolgt die Zugbahn auf dem Handy. Die „Krone“ begleitet ihn zur Anhöhe der Kirche St. Nikolaus. Bei der Fahrt erinnert sich der 32-Jährige, wie er den Extremwinter 1999 erlebte, als man das Auto des Vaters vor dem Haus in Obtarrenz fast nicht mehr fand. 2,40 Meter Schnee hatte es damals, die Katastrophe von Galtür passierte - erschreckend, aber der Schüler war wie elektrisiert. „Ich habe dann viel zum Wetter recherchiert, Bücher zum Geburtstag bekommen“, schildert der hauptberufliche Mitarbeiter einer Gartenbaufirma und ehemals gelernte Koch.

Vernetzt mit anderen
Die Welt wurde digitaler - und Markus vernetzte sich mit „Wetterjägern“ in der Schweiz, Deutschland oder Polen. „Sturm- und Gewitterjagd Tirol und International“ nennt er nun seine eigene Facebook-Seite. „Während Unwettern ging ich oft in den Live-Modus. Zuerst haben mich viele ausgelacht. Doch die Leute haben dann erkannt, dass meine Prognosen meistens stimmen.“ Mit örtlich detaillierten Warnungen versorgt er mehr als 32.000 Facebook-Abonnenten.

Ein Highlight: Am Weißachgraben bei Schwoich legte sich Markus kürzlich nach einem Starkregen auf die Lauer - und dokumentierte, wie aus einem weißen Rinnsal in Sekunden eine Sturzflut wurde. Das Video wurde 2701-mal geteilt und weltweit von 879.731 Menschen gesehen. Ein anderes Adrenalin-Erlebnis hatte Markus in Polen - als er nur einige Hundert Meter von einem Tornado entfernt war („Ich spürte den warmen Sog am Körper“).

Vom Hobby zum Beruf?
„Wow, in Bayern geht’s jetzt rund“, entfährt es Markus während unseres Gesprächs mit dem Blick nach Norden. Das Gewitter hat sich aus Tirol verabschiedet, Feierabend für diesen Tag. „Irgendwann“, sinniert der Wetterjäger, „will ich von meiner Leidenschaft leben.“ Bis dahin ist er oft nach langen Arbeitstagen unterwegs. Das ist doch sehr anstrengend? „Wenn es ums Wetter geht, bin ich niemals müde.“

Andreas Moser
Andreas Moser
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