06.07.2020 08:00 |

ADAC checkt 11 Autos

Auto-Infotainment im Test: Primus lässt Federn

Autohersteller werben immer häufiger mit der guten Vernetzung ihrer Fahrzeuge. Doch die gibt es nicht überall - und schon gar nicht zum Spartarif: Die besten Konnektivitäts-Lösungen werden bei Premiumherstellern geboten. Bei einem Vergleichstest des ADAC schnitten die Infotainmentsysteme von BMW, Mercedes und Audi am besten ab. Schlusslichter waren zwei japanische Volumenhersteller.

Testsieger wurde der BMW 1er mit der Note „gut“. Das System des kompakten Münchners punktete mit komfortabler Bedienung, scharfer Grafik, Head-up-Display und umfangreicher Smartphone-App. Geprüft wurde die Technik an Bord der rund 50.000 Euro teuren Spitzenvariante M135i (alle Preise nur für Deutschland gültig!), die mit optionalen Infotainment-Paketen im Gegenwert von weiteren knapp 3700 Euro ausgestattet war. Ähnlich hochpreisig waren auch die Autos auf den Plätzen zwei und drei: Der Mercedes A250e (39.000 Euro) erhielt die Note „gut“, für den Audi Q3 Sportback 35 TDI (42.000 Euro) gab es die Note „befriedigend“.

Im Prinzip sind die getesteten Konnektivitäts-Systeme auch für weniger teure Modellvarianten zu haben, allerdings oft nur gegen einen hohen Aufpreis. Um bestimmte Funktionen nutzen zu können, ist außerdem eine unter Umständen kostenpflichtige Mobilfunkverbindung nötig, teilweise werden auch Abo-Gebühren fällig.

Brandneuer Golf landet im Mittelfeld
Abseits des Premium-Trios konnte kein Modell die Tester wirklich überzeugen. Nicht einmal der mit viel Digitaltechnik erhältliche neue VW Golf. Ganz am Ende des Kandidatenfeldes fanden sich mit Opel Astra, Toyota Corolla und Mazda3 drei Modelle mit der Note „ausreichend“. Bei Mazda kritisierten die Experten unter anderem das Fehlen eines Touchscreens.

Kritisch bewertete der Club darüber hinaus, dass keiner der Kandidaten ein CD-Laufwerk bietet - nicht einmal gegen Aufpreis. Musik kann nur noch von anderen Speichermedien abgespielt oder gestreamt werden. Zudem empfehlen die Experten, dass Käufer auf eine detaillierte Liste der vom Auto erfassten, verarbeiteten und an den Hersteller gesendeten Daten bestehen.

Kritik an der Kritik
Doch auch die Kritik des ADAC ist kritisch zu bewerten. So ist die mangelnde Verfügbarkeit CD-Player in der heutigen Zeit bei Weitem nicht für jeden Kunden ein Problem. Vor allem aber können Touchscreens den Fahrer mehr ablenken als ein klassisches Bediensystem mit Drehdrücksteller, wie es bei Mazda Verwendung findet.

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