Steixner hatte sich bereits mehrmals für eine Milch-Ehe mit Südtirol ausgesprochen. Durch das starke Engagement der Südtiroler auf dem italienischen Markt wäre eine Zusammenarbeit für die Tirol Milch von großem Interesse. Bei den Gesprächen am Mittwoch gehe es aber auch um ein "erstes Kennenlernen" zwischen dem "neuen Obmann" und den Verantwortlichen in Südtirol. Für Lindner hingegen bleibt die Übernahme der Tirol Milch durch die oberösterreichische - ebenfalls genossenschaftlich organisierte - Berglandmilch die erste Wahl. Vor einer Woche war der Vorstand den Empfehlungen zweier Milchwirtschafts-Experten gefolgt und hatte sich für eine "Einbringung" der Tirol Milch in die Berglandmilch ausgesprochen.
Eigentümerentscheidung fällt Mitte September
Die Letztentscheidung werden die 160 Delegierten, die rund 4.000 Milchbauern vertreten, auf einer außerordentlichen Generalversammlung Mitte September fällen. Zwei Drittel der Eigentümer müssen für die Übernahme grünes Licht geben. Ein genauer Termin für die Generalversammlung stand vorerst nicht fest.
"Berglandmilch-Schmankerl": Standortzusage für Lienz
Der Generaldirektor der Berglandmilch, Josef Braunshofer, versuchte indes den Tirolern die Übernahme schmackhaft zumachen, indem er eine Garantie für den zuletzt infrage gestellten Standort Lienz abgab. "Ich will der Eigentümerentscheidung nicht vorgreifen. Sollte es aber dazu kommen, sehe ich Lienz als einen klassischen Spezialitätenstandort für Weichkäse", so Braunshofer. Dass es nach dem Zusammenschluss zu keinem Stellenabbau kommen werde, "kann man zum jetzigen Zeitpunkt seriöserweise nicht zusagen", gestand Braunshofer ein. Laut Lindner komme ein Verkauf des Lienzer Werkes nicht infrage: "Unser Ziel ist es, dass die Osttiroler Bauern auch in Zukunft an die Tirol Milch liefern."
SPÖ-LAbg. Elisabeth Blanik forderte am Mittwoch "eine vertragliche Fixierung der Standortgarantie für Tirol Milch in Lienz". Die Vergangenheit habe gezeigt, dass mündliche Zusagen oft nur "heiße Luft" seien. "Hier geht es um Arbeitsplätze und viel Geld. Gerade auch für den Bezirk Lienz", argumentierte Blanik.
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