Üble Hasskampagne
Iran: Zeitung nennt Bruni-Sakozy eine “Hure”
Bruni-Sarkozy hat sich in einem offenen Brief für Ashtiani eingesetzt und ihr geschrieben: "Mein Mann wird sich für Sie einsetzen, Frankreich wird Sie nicht aufgeben. Wie kann man schweigen angesichts des Urteils gegen Sie? Warum Ihr Blut vergießen, Kinder ihrer Mutter berauben? Nur weil Sie gelebt und geliebt haben, weil Sie eine Frau sind, weil Sie Iranerin sind? Alles in mir sträubt sich, dies zu akzeptieren."
Neben Carla Bruni-Sarkozy haben auch zahlreiche andere Prominente und Politiker Briefe an die zum Tod Verurteilte verfasst, unter ihnen Ex-Präsident Valéry Giscard d'Estaing und der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë. Mehr als 15.000 Menschen haben zudem einen Online-Aufruf unterzeichnet. Das Steinigungsurteil hatte bereits zuvor Proteste zahlreicher Regierungen und Menschenrechtsorganisationen ausgelöst. Im Juli hatte Teheran die Vollstreckung des Urteils vorerst ausgesetzt.
"Diese unmoralische Frau verdient selbst den Tod"
Nach dem jüngsten Vorstoß von Bruni-Sarkozy schrieb "Kayhan" nun: "Bruni, die Sängerin und verhinderte Schauspielerin, die es geschafft hat, die Familie Sarkozy zu zerstören und den französischen Präsidenten zu heiraten (...), hat zu Sakineh Mohammadi Ashtianis Verteidigung gesagt, das Urteil sei unfair." Dabei zeige die "Vorgeschichte" der Präsidentengattin genau, weshalb "diese unmoralische Frau" die "verurteilte Ehebrecherin" verteidige - "und in Wahrheit verdient Bruni-Sarkozy selbst den Tod", hieß es in dem Blatt.
Um die Beschimpfingen zu "untermauern", werden in der Zeitung genüsslich alle Affären aufgelistet, die Frankreichs First Lady früher einmal hatte oder gehabt haben soll. Und auch jetzt würde sie ihren Ehemann betrügen - sie interveniere für die Iranerin, weil sie "von ihren eigenen außerehelichen Beziehungen ablenken will". Sie sei eine "Scheinheilige" und eine "Heuchlerin", heißt es in dem Blatt, dem Sprachrohr des Regimes von Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad.
Paris protestiert: Verbale Ausfälle "nicht hinnehmbar"
Die verbalen Ausfälle der iranischen Presse gegen die Ehefrau von Staatschef Nicolas Sarkozy seien "nicht hinnehmbar", erklärte das französische Außenministerium am Dienstag. Das Außenamt richte dies auch als "Botschaft" an die iranische Führung.
Das iranische Außenministerium distanzierte sich daraufhin von dem Bericht. Die Islamische Republik heiße die Beleidigung ausländischer Amtsträger und "unanständige" Formulierungen nicht gut, Medien sollten keine Beleidigungen formulieren. "Das ist nicht richtig", meinte ein Außenamtssprecher lapidar.
Teheran wehrt sich gegen Einmischung des Westens
Bereits vor zwei Wochen hatte die Regierung in Teheran den Westen aufgefordert, sich nicht in den Fall Ashtiani einzumischen. "Unabhängige Nationen können nicht akzeptieren, dass andere Länder in seine richterlichen Entscheidungen eingreifen", so das Außenministerium in einer öffentlichen Mitteilung.
Das Vorgehen der Gerichte sei strikt geregelt, der Fall werde "akribisch" geprüft. Die Empörung über das Urteil sei vor dem Hintergrund des Atomstreits zwischen dem Westen und dem Iran "politisch" motiviert, sagte ein Ministeriumssprecher. Eine Freilassung Ashtianis schloss er aus.







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