26.06.2020 13:00 |

Medizin-Innovation

Orthopädie: Modernste Rücken-Operation nach Maß

Mittels individuell angefertigter Schrauben und anderer Materialien, gezielter Vorbereitung und Beratung durch zwei Fachärzte mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind Eingriffe an der Wirbelsäule mittlerweile im Millimeterbereich durchführbar.

Kaum eine Körperregion ist so belastet wie der Rücken: Bei einem 75 kg schweren Menschen wirkt je nach Haltung, ob man sitzt, steht oder schwere Arbeit verrichtet, eine Kraft von 100-180 kg auf die Bandscheiben. Sie dienen als eine Art Druckpolster zwischen den Wirbeln und gewährleisten die reibungslose Mobilität der Wirbelsäule. Das können diese Verbindungsstellen zwar verkraften, der moderne Lebensstil mit wenig Bewegung, Übergewicht, Stress (Verspannungen!), aber auch natürliche Alterungsprozesse begünstigen Beschwerden. Osteoporose („Knochenschwund“) wiederum führt bisweilen zu Wirbeleinbrüchen. Diverse Krankheiten, etwa spezielle Formen von Rheuma, schädigen den Stützapparat ebenso.

In allen Fällen ist eine Expertise durch Orthopäden mit Spezialisierung wichtig, denn ohne Behandlung verschlechtert sich die Situation. Das beeinträchtigt den Alltag, schlägt sich auf die psychische Befindlichkeit. Die Patienten entwickeln häufig chronische Schmerzen. Wenn eine Operationen notwendig wird, führt das bei vielen Betroffenen oft zu Unsicherheit und Ängsten. Die moderne Wirbelsäulenchirurgie hat aber mittlerweile höchste Qualitätsstandards zu bieten und kann individuell auf jeden Patienten abgestimmt werden. Worum es sich handelt, erläutert Univ.-Prof. Dr. Petra Krepler, Leiterin des Wirbelsäulenzentrums Wien-Speising anhand der „MySpine“-Operationen: „Vor einem Eingriff werden Schraubengrößen und Bohr-Schablonen, die wir bei der OP brauchen, anhand von Computertomografie-Bildern im Sinne der anatomischen Gegebenheiten des Patienten durch eine Computersoftware millimetergenau berechnet.“

Ein Expertenteam bereitet die Daten auf, übermittelt sie an den Operateur, der die Vorgaben nochmals überprüft. Die passenden Schrauben und Schablonen, die man beim Schneiden benötigt, werden schließlich für die jeweilige Operation angefordert. „Zudem garantiert eine neuartige Positionierung der Schrauben stabilere Befestigung, was bei Osteoporose mehr Sicherheit bietet“, wie Dr. Wolfgang Bretschneider, Wirbelsäulenchirurg, ergänzt. Schonenderes Vorgehen führt dazu, dass die Patienten schneller genesen. „Aufgrund höherer Genauigkeit werden weniger Muskelfasern verletzt, der Schnitt ist kürzer, die Röntgen-Strahlenbelastung ist wesentlich niedriger“, so Neurochirurg Dr. Jochen Meissner. Anwendbar ist die neue Technik, wenn eine Stabilisierung (Versteifung - oder „Fusion“) von ein oder mehreren Wirbelsegmenten erfolgen soll.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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