Nahe UNO-Stützpunkt

Hutu-Rebellen vergewaltigen im Kongo 200 Frauen

Ausland
23.08.2010 20:53
Bei einem Rebellen-Überfall auf eine Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben von Hilfsorganisationen knapp 200 Frauen Opfer von Gruppenvergewaltigungen geworden. In nahezu jedem Fall seien die Frauen von zwei bis sechs bewaffneten Männern vergewaltigt worden - oftmals vor den Augen ihrer Kinder und Ehemänner, teilte die Gruppe "International Medical Corps" (IMC) am Montag mit.

Der Vorfall ereignete sich unweit eines Stützpunktes von UNO-Soldaten in der Stadt Luvungi. Internationale und örtliche Sanitäter hätten bisher 179 Vergewaltigungsopfer behandelt, teilte IMC-Mitarbeiter Will Cragin am Montag mit. Deren Zahl könne aber weitaus höher sein, da IMC inzwischen nach Luvungi zurückgekehrt sei und noch mehr Opfer ausfindig gemacht habe. Das UNO-Büro für humanitäre Hilfe (OCHA) bestätigte den Vorfall.

Stadt vier Tage lang besetzt
Hutu-Rebellen der "Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas" (FDLR) und Angehörige des Mai-Mai-Volkes waren am 30. Juli in die Stadt in der Provinz Nord-Kivu eingefallen und hielten sie vier Tage besetzt. Trotz eines von den Vereinten Nationen unterstützten Militäreinsatzes gegen die Rebellen suchen diese die Region regelmäßig heim und verbreiten Angst und Schrecken unter der Bevölkerung. 

Dabei vergewaltigen sie jedes Jahr Tausende Frauen. Die Vereinten Nationen haben in den vergangenen Monaten 1.700 Blauhelmsoldaten aus dem Land abgezogen. Sie folgten damit dem Aufruf der kongolesischen Regierung, den Friedenseinsatz (MONUC) im kommenden Jahr zu beenden. An einzelnen Einsätzen im Osten des Landes sind aber noch MONUC-Angehörige beteiligt.

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