22.05.2020 22:41 |

Maßnahmen befolgen

Pulker: „Dann wäre wirklich alles kaputt“

Seit 15. Mai hat die Gastronomie unter strengen Auflagen wieder geöffnet. Einen Gästeansturm gab es trotz der schon heiß herbeigesehnten Öffnung nicht und einige Gastronomen schlossen ihre Betriebe auch schon wieder. Für den Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der WKÖ, Mario Pulker, sind im „ZiB 2“-Interview am Freitagabend die ausbleibenden Touristen, Ausflügler und Mittagsgäste das große Problem. Sein Appell an die Gäste lautet: „Es ist ganz wichtig, sich an die Maßnahmen zu halten, denn man schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen.“

Mit dem Neustart vor einer Woche meldeten die Wirte Umsatzeinbußen zwischen 50 und 90 Prozent. Die Rückmeldungen seien ganz unterschiedlich. „Wir haben ungefähr zehn Prozent der Mitgliedsbetriebe, die ihren Betrieb mit der Gastro-Öffnung nicht aufgesperrt haben.“ Das betreffe aber nicht nur Cafés und Gaststätten, sondern auch Nachtlokale, Clubs oder Pubs. Außerdem sei ein Stadt-Land-Gefälle bemerkbar.

Hohe Erwartungen an Hotel-Öffnung am 29. Mai
Man habe eine Umfrage gemacht, in der 80 Prozent der Befragten sagten, sie würden gerne wieder in die Lokale gehen, es gebe aber auch einige, die noch abwarten würden. Am 29. Mai, wenn die Hotellerie wieder aufsperrt, erwartet Pulker wieder mehr Gäste. „Wenn das Home-Office endet, springt das Mittagsgeschäft wieder an, und wenn auch die Ausflugsziele wieder aufsperren, wird das Schritt für Schritt dazu beitragen, dass das Geschäft wieder anläuft.“

Appell zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen
Angesprochen auf Menschen, die etwa Kellner dazu auffordern, ihre Masken abzunehmen, oder sich generell nicht mehr an die Corona-Maßnahmen halten wollen, richtete Pulker einen Appell an die Gäste: „Es ist ganz wichtig, sich an die Maßnahmen zu halten, denn man schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen.“ Würden die Corona-Fallzahlen wieder ansteigen, „müssen wir wieder schließen und das kann wirklich niemand wollen, dann wäre wirklich alles kaputt“.

Laufende Verhandlungen mit der Regierung
Über die bisherigen Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung sei man sehr froh, wie zum Beispiel das Wirte-Paket. „Man muss schauen, wo man dann noch Hilfen für die Betriebe braucht“, so Pulker. Man sei jedenfalls in laufenden Verhandlungen mit der Bundesregierung und arbeite rund um die Uhr daran, die Probleme zu lösen.

Hoffnung auf den Sommer-Tourismus
Wenn der Tourismus nicht wieder anspringe, wäre das laut Pulker ein großes Problem für die Gastronomie. „Ich glaube es kann sich jeder ausrechnen, was das bedeutet. Wir haben eine sehr geringe Eigenkapitaldeckung in der heimischen, kleinstrukturierten Gastronomie. Wenn der Tourismus nicht wirklich anspringt, werden wir noch eine sehr schwierige Zeit vor uns haben.“ 

Martin Grob
Martin Grob
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