Rookie begeistert

F1-Teenager überraschte mit Krankheit und Handicap

Formel 1
12.03.2026 11:02
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Arvid Lindblad hat bei seinem Debüt in der Königsklasse alle überrascht – und das, obwohl er schon seit Längerem mit einer Krankheit und einem Handicap kämpft. Der erst 18-jährige Racing-Bulls-Pilot fuhr beim Saisonauftakt in Australien direkt in die Punkte.

Beim Grand Prix von Australien in Melbourne raste Lindblad bei seinem Debüt für die Racing Bulls sensationell auf Rang acht und holte damit sofort Punkte. „Es war sehr aufregend für mich, gegen diese Jungs zu fahren. Mit Lewis (Hamilton) im Fernsehen bin ich aufgewachsen“, sagte Lindblad über sein großes Idol. „Er war einer der Hauptgründe, warum ich mich in diesen Sport verliebt habe. Es war wirklich cool, gegen ihn zu kämpfen.“ Für den jungen Briten war es ein Moment, der sich fast unwirklich anfühlte. „Da gab es definitiv einige Situationen, in denen ich mich kneifen musste.“

Einer der jüngsten Debütanten der Geschichte
Mit 18 Jahren und 212 Tagen ist Lindblad der viertjüngste Fahrer, der jemals in der Formel 1 debütierte. Gleichzeitig ist er der drittjüngste Pilot, der bei seinem ersten Rennen gleich in die Punkteränge fuhr. Die Altersrekorde hält weiterhin Max Verstappen, der bei seinem Debüt für das Red-Bull-Schwesterteam erst 17 Jahre alt war und mittlerweile viermal Weltmeister wurde.

Doch auch Lindblad hat bereits einige Rekorde aufgestellt: Der in London geborene Pilot war jüngster Rennsieger der Formel 3 (mit 16 Jahren) und später auch der Formel 2 (mit 17).

Arvid Lindblad in seinem neuen Gefährt.
Arvid Lindblad in seinem neuen Gefährt.(Bild: AP/Asanka Brendon Ratnayake)

„Bin ein gnadenloser Kontrahent“
Nun misst sich Lindblad mit den größten Namen des Sports – darunter Verstappen und Hamilton. Trotz seines Alters zeigt sich der Rookie selbstbewusst. „Ich weiß, dass ich der Neuling bin. Aber wenn ich im Auto sitze, bin ich ein gnadenloser Kontrahent. Ich werde jede Gelegenheit nutzen, die sich mir bietet.“

Lindblad hat eine internationale Familiengeschichte. Seine Mutter Anita hat indische Wurzeln, sein Vater Stefan stammt aus Schweden. Die Eltern lernten sich während ihres Studiums an einer privaten Wirtschaftshochschule in Paris kennen, bevor sie nach Hampstead im Norden Londons zogen.

Kann Arvid Lindblad auch in China überraschen?
Kann Arvid Lindblad auch in China überraschen?(Bild: EPA/JAMES ROSS)

Chronische Autoimmunerkrankung
Dass Lindblad überhaupt den Sprung in die Königsklasse geschafft hat, ist keine Selbstverständlichkeit. Mit 13 Jahren wurde bei ihm Zöliakie diagnostiziert – eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der Gluten Entzündungen im Darm auslösen. „Das hat mich sehr mitgenommen. Ich habe etwa zwei Jahre gebraucht, um mich davon vollständig zu erholen“, sagte Lindblad dem „Telegraph“. Die Krankheit beeinflusste sogar sein Wachstum. „Ich bin heute genauso groß wie mit 13. Mein kleiner Bruder ist in diesem Alter bereits größer als ich.“ Mit 1,73 Metern hat der Racing-Bulls-Pilot allerdings ideale Maße für das Cockpit eines Formel-1-Autos. „Alles geschieht aus einem bestimmten Grund, oder?“

Auch Dyslexie bremste ihn nicht
Neben der Erkrankung kämpft Lindblad auch mit Dyslexie, einer Lernstörung, die Lesen und Schreiben erschwert. „Ich hatte nie das einfachste Verhältnis zu Büchern“, gab er offen zu. Deshalb entschied er sich in der Schule für Mathematik und Chemie als Abschlussfächer. Schon früh wurde sein Talent erkannt: Mit 13 Jahren wurde Lindblad Teil des Red-Bull-Juniorprogramms. Seine Superlizenz für die Formel 1 erhielt er bereits mit 17.

Hamilton gibt Rookie Rat
Heute gehört Lindblad zu den 22 Fahrern der Formel 1 und bekommt sogar Tipps von seinem Idol Lewis Hamilton. „Er soll es genießen“, sagte der Rekordweltmeister nach dem Rennen in Melbourne. „Man wird ins kalte Wasser geworfen und braucht Zeit, um sich an diesen Zirkus zu gewöhnen.“ Hamilton weiß, dass auch schwierige Momente kommen werden: „Es wird schlechte Tage geben. Aber man darf sie nicht zu schwer nehmen.“ Für Arvid Lindblad hat das Abenteuer Formel 1 jedenfalls spektakulär begonnen.

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