17.05.2020 16:49 |

Gehobene profitierten

Erstes Gastro-Wochenende: Geschäft ausbaufähig

„Für die breite Masse der Gastronomen war das Geschäft nicht so stark.“ Das ist die Bilanz des WKÖ-Fachverbandes Gastronomie, Mario Pulker, über das erste Wochenende nach der Wiedereröffnung der Gastronomie. Die zwei Monate Corona-Pause haben keinen Ansturm ausgelöst. Vor allem in den gehobenen Restaurants sei es Freitag bis Sonntagmittag aber gut gelaufen. Nun müsse man abwarten, wie es weitergeht, auch unter der Woche, so der Wirtschaftskammervertreter.

In den Tourismusgegenden fehlen den Restaurants, Kaffeehäusern und Co. die ausländischen Touristen und inländischen Wochenendurlauber. Erst am Freitag darf die Gastronomie in Österreich unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen zwischen 6 und 23 Uhr wieder geöffnet halten, doch ausländische Reisende dürfen trotz der Lockerungen vor allem mit der Schweiz, Deutschland und Liechtenstein, aber auch mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn die Grenzen zu touristischen Zwecken noch nicht überqueren. Clubs, Diskotheken und andere Nachtgastronomie-Betriebe sind weiterhin geschlossen.

Schwaches Mittagsgeschäft in den Städten, Hotellerie noch zu
In den Städten klagen laut Pulker zahlreiche Betriebe über ein schwaches Mittagsgeschäft, weil viele von zu Hause arbeiten und selbst kochen. Erst wenn die Home-Office-Phase zu Ende sei, werde das Geschäft zu Mittag anspringen, erwartet der Gastrovertreter. Besonders wichtig für die Gastronomie sei die Wiedereröffnung der Hotellerie Ende Mai. Dies würde einen weiteren Schub an Gästen bringen.

Verordnung für Hotellerie-Eröffnung lässt auf sich warten
Kritik übte Pulker, dass die Verordnung für die Hotellerie-Öffnung ab 29. Mai vom Gesundheitsministerium bisher noch nicht veröffentlicht wurde. „Das ist ein Affront gegenüber der Hotellerie.“ Auch der ÖVP-Wirtschaftsbund hatte am Samstag die fehlenden Vorschriften moniert, weil die Betriebe sich nicht adäquat vorbereiten könnten.

Hoffen auf baldiges Ende der Mund-Nasen-Schutz-Pflicht
Die seit Freitag geltende Maskenpflicht ist für die Beschäftigen in der Gastronomie ungewohnt. Ältere Mitarbeiter hätten teilweise Probleme beim Luftholen, für Brillenträger sei es auch nicht optimal, sagte der Gastrovertreter. Er plädiert dafür, dass wenn die Fallzahlen weiter sinken, die Pflicht für einen Mund-Nasen-Schutz wieder wegfällt.

Einkaufsstraßen mit besserer Frequenz
Die Öffnung der Gastronomie hat auch noch nicht den erhofften Schwung bei den Einzelhändlern gebracht. Die Kundenfrequenz in den Städten und Einkaufsstraßen sei Freitag und Samstag „unter den Erwartungen geblieben“, sagte WKÖ-Handelsobmann Peter Buchmüller zur APA. In den Einkaufsstraßen sei die Frequenz besser gewesen.

Deutlich weniger Shoppende als vor der Corona-Krise
Am Samstag waren zu Mittag und am frühen Nachmittag auf der Kärntner Straße und am Stephansplatz in Wien einige Einkäufer und Spaziergänger unterwegs, aber im Vergleich zu den Zeiten vor der Coronakrise waren es wenige. Blicke zog in der Kärntner Straße ein kleiner Shop auf sich, der offensichtlich recht kurzfristig auf den Verkauf von Atemschutzmasken umgestellt hatte. „Wart, das schau ich mir jetzt an“, war dort von Vorbeischlendernden zu hören.

Die Geschäfte hatten in der beliebten Wiener Einkaufsstraße alle offen, es gab aber nur wenig Andrang. Längere Schlangen vor den Filialen aufgrund der Abstandsregeln im Shop bildeten sich beispielsweise vor dem Apple-Store. Umsatzstarke Tage sehen in der Wiener Innenstand anders aus, das zeigte sich auch bei den verschiedenen Würstelständen und Schanigärten. Die waren zwar besucht, aber nicht stark.

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