09.05.2020 06:00 |

Umsatz-Einbußen

Den steirischen Kurorten geht langsam die Luft aus

Die Umsatz-Einbußen für die Betreiber in den steirischen Kurorten ist enorm. „Es ist ein Trauerspiel“, heißt es etwa in Bad Gleichenberg. Die Reha-Klinken bereiten jetzt aber ihre Wiedereröffnung vor - Akut-Patienten bekommen Vorrang.

Von einem Extrem ins andere: „Nachdem wir 2019 das beste Jahr unserer Geschichte hatten, folgt nun wohl das schlechteste“, sagt Gernot Fraydl vom Heilmoorbad Schwanberg. Die Wiedereröffnung der weststeirischen Institution sei zwar für Ende Mai nun endlich in Sicht, die Verluste wären aber nicht mehr wett zu machen.

„Von heute auf morgen allen Gästen absagen“
„Wir waren für gut drei Monate im Voraus ausgebucht, mussten dann von heute auf morgen allen Gästen absagen und unsere 70 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken oder beim AMS anmelden. Das war für alle Betroffenen sehr schlimm“, erzählt der Geschäftsführer der privaten Betreibergesellschaft, die ihre Kunden in erster Linie von der PVA zur Vorsorge zugewiesen bekommt.

Dass die 146 Betten seit Wochen leer stehen, spürt der gesamte Ort: „Die fehlende Frequenz registriert man überall - ob beim Bäcker oder beim Nahversorger“, sagt Bürgermeister Karlheinz Schuster.

Bad Gleichenberg hat es besonders hart getroffen
In Bad Gleichenberg zeigt sich ein ähnliches Bild: An dem frisch herausgeputzten Hauptplatz mit dem farbenprächtigen Blumenschmuck erfreuen sich zur Zeit nur wenige Passanten. „Es ist ein Trauerspiel, wenn man durch den Ort spaziert“, erzählt Bürgermeisterin Christine Siegel.

Nicht nur die älteren Gäste, auch die Jugend wird in der oststeirischen Gemeinde schwer vermisst: „Uns hat der Lockdown ja gleich doppelt und dreifach getroffen. Denn neben den Kurgästen sind uns auch noch die gut 1000 Schüler unserer drei großen Bildungseinrichtungen weggebrochen“, ergänzt die Kommunalpolitikerin.

Dass es nun bald wieder losgeht, lässt Siegel hoffen: „Am 15. Mai soll nach letzten Informationen im Kurbetrieb wenigstens einmal die Kosmetik hochgefahren werden, die Therme folgt dann am 29. Mai.“

Negativer Corona-Test künftig im Reisegepäck?
Dass Akut-Patienten nach einem Schlaganfall oder etwa einer Hüft-OP Vorrang für einen Kuraufenthalt beziehungsweise eine Reha haben, darüber herrscht bei privaten und öffentlichen Betreibern Einigkeit.

Hingegen gibt es noch viele offene Details: „Wir wissen noch nicht, ob wir Gäste bei der Ankunft auf Corona checken sollen oder ein Test mitgebracht werden muss“, sagt Fraydl. Die Zeit drängt: „Am Montag wissen wir angeblich mehr.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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