26.04.2020 17:32 |

Alles an Bord

Coronamobil für zwei Wochen autarke Quarantäne

Aufbauspezialist Unicat hat ein Expeditionsfahrzeug auf Basis eines MAN-Lkw TGS 26.540 mit 6x6-Antrieb und L-Fahrerhaus vorgestellt. Der mehr als acht Meter lange MD56c soll autarkes Reisen für rund 14 Tage ermöglichen. Damit würde sich also sogar, wenn notwendig, eine komplette Corona-Quarantäne ausgehen. Aber dafür ist der mächtige Expeditionslaster natürlich eigentlich nicht gedacht.

Vielmehr geht es hier um die ganz großen Reisen, dorthin, wo man nicht so leicht hinkommt und wo Versorgung schwierig ist. Und so, wie der umgebaute MAN aussieht, gibt es nicht viele Ziele, die man mit ihm geländebedingt nicht erreichen kann.

Die Kraftstoffanlage mit insgesamt 980 Liter Diesel im Haupt- und Zusatztank sorgt für eine Reichweite von gut 3000 Kilometern. Für den Betrieb in der kalten Jahreszeit oder den kälteren Regionen der Erde ist ein beheizter Diesel-Vorfilter mit Wasserabscheider installiert. Verbrannt wird der Diesel in einem 540 PS starken Motor, der seine Kraft über eine Zwölf-Gang-Tip-Matic von ZF an alle Räder übermittelt. Dank permanentem Allradantrieb mit Längssperre, Verteilergetriebe mit Geländeuntersetzung sowie Differenzialsperren in der Vorderachse und den Hinterachsen hält dieses Fernreisemobil so schnell nichts auf. Die dritte Achse verfügt über eine Zusatzlenkung, die das 8,16 Meter lange und 3,66 Meter hohe Fahrzeug wendiger macht.

Für bequemes Reisen sorgen im zusätzlich schall- und wärmegedämmten Fahrerhaus luftgefederte, beheizbare und klimatisierte Komfortsitze mit Leder-/Alcantara-Bezug für Fahrer und Beifahrer (plus zwei zum Bett umbaubare Notsitze), elektrische Fensterheber, Klimaanlage, eine Standheizung sowie Tempomat und Lederlenrad. Ein Garmin Satelliten-Navigationsgerät weist den Weg, eine Rückfahrkamera sowie ein Birdview-Kamerasystem erleichtern das Rangieren. Für gute Sicht in der Nacht sind je zwei LED-Fern- und Breitscheinwerfer vorne am Dachträger montiert, ergänzt durch vier seitlich installierte Zusatzscheinwerfer, sechs LED-Blitzleuchten vorne und hinten.

Verwindungssicheres „Wohnzimmer“
Die Wohnkabine ist 5,60 Meter lang, 2,48 Meter breit und 2,11 Meter hoch (Innenraumhöhe: 1,95 Meter). Sie sitzt auf einer Dreipunkt-Lagerung mit Haupt- und Pendellager zur verspannungsfreien Befestigung des Aufbaus auf dem verwindungselastischen Fahrgestellrahmen. Die selbsttragende Konstruktion aus GfK-Verbundplatten hat eine isolierte Wandstärke von sechs Zentimetern. Über eine hochflexible Faltenbalg-Verbindung hält der mittels einer Klappe verschließbare Durchgang vom Wohnaufbau zum Fahrerhaus auch Verwindungen im Geländeeinsatz stand. Alle Schlösser sind an eine fernbedienbare Zentralverriegelung angeschlossen.

Im Anschluss ans Fahrerhaus befindet sich die Sitzgruppe mit zwei längs angeordneten Bänken für bis zu sechs Personen. Der Tisch ist elektrisch absenkbar, so kann die Sitzgruppe zu einem Doppelbett mit einer Liegefläche von 140 x 200 Zentimeter umgebaut werden.

Freiluftgarage am Heck
Links vom Einstieg ist die Küche installiert, die über ein Induktions-Kochfeld mit zwei Kochstellen und einen Geschirrspüler verfügt. Auf der Fahrerseite in Aufbaumitte sind das Bad mit Porzellan-WC und die separate Dusche untergebracht. Im Heck befindet sich ein 1,60 Meter breites Doppelbett. Die Möbel-Fronten sind in Bambus geriffelt gehalten. Als Bodenbelag kommt Teak Schiffsboden zum Einsatz, die Sitzpolster sind mit Alcantara bezogen. Das Leergewicht des neuen Unicat liegt, inklusive gefüllten Frischwasser- und Kraftstoff-Tanks, bei 19,8 Tonnen. Das zulässige Gesamtgewicht erlaubt eine Zuladung von rund 3,2 Tonnen. Auf einer zusätzlichen knapp 1,90 Meter langen absenkbaren Ladeplattform am Heck können noch ein Side-by-Side-Vehikel, zwei Motorräder oder ein Quad mitgeführt werden.

Die beiden frostgeschützt installierten Frischwassertanks haben ein Fassungsvermögen von insgesamt 600 Litern, der Abwassertank hat einen Inhalt von 175 Liter und der Fäkaltank fasst 110 Liter. Der Unicat Individual MD56c MAN TGS 6x6 verfügt über Steckdosen für 115 Volt und 230 Volt sowie USB Ladesteckdosen. Für Stromnachschub sorgt eine Solaranlage. Zudem ist ein mobiles Stromaggregat von Honda an Bord. So ausgerüstet kann das Fernreisemobil nach Herstellerangaben etwa zwei Wochen lang autark betrieben werden. Das hat seinen Preis: Er liegt im nicht näher genannten siebenstelligen Euro-Bereich.

(ampnet)

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