Steuern, Pfand, ...

Supermarkt-Chef beklagt „immer mehr Bürokratie“

Wirtschaft
13.03.2026 06:00

Einwegpfand, neue Mehrwertsteuersätze, Plastikabgabe, Shrinkflation-Gesetz – auf den Lebensmittelhandel kommt immer mehr Bürokratie zu, beklagt Spar-Chef Hans K. Reisch. Sein Unternehmen konnte zuletzt aber die Marktführerschaft ausbauen und wird den Expansionskurs fortsetzen. 

Die geplante Mehrwertsteuersenkung auf 4,9 Prozent bei ausgewählten Grundnahrungsmitteln bringt dem einzelnen Konsumenten nur wenige Euro im Monat. Doch die Gesamtkosten und auch der bürokratische Aufwand seien groß: „Das ist keinesfalls auf Knopfdruck zu bewältigen, das verursacht Kosten in Millionenhöhe, die in keiner Relation stehen“, so Reisch. Für sein Unternehmen rechnet er mit einem Administrations-Aufwand von zwei Millionen Euro – und das für eine sehr geringe Ersparnis, die die Österreicher kaum entlastet.

Plastikabgabe als Bumerang
Beteuert wird jedenfalls, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf jeden Fall an die Konsumenten weitergegeben wird. Dass im Gegenzug eine Plastikabgabe kommt, sieht Reisch kritisch. Am Ende könne das die Ersparnis wieder zunichtemachen – sozusagen „linke Tasche, rechte Tasche“. Es ist auch bisher nicht klar, welche Verpackungen genau darunter fallen. Doch wenn die gesamten Maßnahmen aufkommensneutral sind, werden die Kosten wohl in ähnlicher Höhe woanders anfallen.

Auch die Einführung des Einwegpfands brachte Mehraufwand für den Handel, damals investierte Spar 60 Millionen Euro. Reisch sieht aber, dass sich das mittlerweile immer besser einspielt. Was die Shrinkflation – also gleichbleibender Preis bei weniger Inhalt – betrifft, spricht sich Reisch klar dagegen aus – diese sei „unerhört“. Reisch nimmt dazu die Produzenten in die Pflicht. Man sei mit den Herstellern in Kontakt und ersuche sie, Shrinkflation zu unterlassen. Kommen die Produzenten nicht entgegen, werde die Shrinkflation ausgehängt. „Am Ende bleibt das alles aber wieder am Handel hängen“, so der Manager, dessen Konzern das nun überall auszeichnen und die „Schmähs“ der Produzenten ausbaden muss.

(Bild: Reinhard Holl)

Spar-Gruppe macht 22,3 Milliarden Euro Umsatz
Für seine Eigenmarken kann Reisch jedoch garantieren, dass es zu keiner Shrinkflation kommt. Die Spar-Eigenmarken (S-Budget usw.) machen bereits 45 Prozent des Umsatzes aus. Auch sonst wächst der Lebensmittelriese aus Salzburg. In Summe macht Spar einen Umsatz in Österreich und fünf Nachbarländern von 22,3 Milliarden Euro, 10,8 Milliarden Euro davon in Österreich. Hierzulande gab es ein Wachstum über vier Prozent, mehr als der Branchenschnitt. Derzeit läuft auch die Eingliederung von 25 Unimarkt-Standorten, einen Ausbau gibt es auch bei den Express-Tankstellenshops.

Gesamt hat die Gruppe in Österreich 37,6 Prozent Marktanteil Anfang des Jahres. Schon vor mehreren Jahren hat der Konzern damit die Rewe (Billa usw.) überholt. In Wien liegt man jedoch noch unter 30 Prozent, wobei die Marke bald geknackt werden soll. 800 Millionen Euro will Spar heuer investieren, die Hälfte davon in Österreich. Von hybriden Supermärkten, die länger geöffnet sind und ohne Personal anbieten, hält Reisch nichts. Die Menschen schätzen ein klassisches Einkaufserlebnis und wollen Beratung und Personal.

Kein Mercosur-Fleisch
Vom Mercosur-Handelsabkommen mit lateinamerikanischen Staaten ist Reisch weiterhin kein Anhänger. Er kann aber für seine Kette garantieren, dass weiterhin kein Fleisch aus Südamerika in den Regalen landen wird. Durch das Bekenntnis aller Händler werden sich die Auswirkungen in den Supermärkten eher in Grenzen halten, anders als in der Gastronomie.

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