Österreich ist nach 50 von 79 Bewerben bei den Paralympics in Cortina im Medaillenspiegel hinter China und den USA mit 5 x Gold, 1 x Silber und 4 x Bronze fast schon sensationell Dritter. Auch der Tiroler Kaplan Johannes Lackner, der auch schon bei den Olympischen Spielen als Seelsorger dabei war, feiert mit.
Veronika Aigner ist ein Phänomen. Da Guide Lilly Sammer in den technischen Disziplinen mit Michael Scharnagl fährt, bestritt die sehbeeinträchtigte Niederösterreicherin den Paralympics-Riesentorlauf in Cortina mit Eric Digruber. Und auch mit dem Ex-Cheftrainer des Paraski-Teams klappte es auf Anhieb perfekt. Sie holte 2,56 Sekunden vor Chiara Mazzel (It) ihr drittes Gold. Elina Stary und Guide Stefan Winter jubelten über ihre zweite Bronzemedaille.
Auch große internationale Medien berichten
Damit liegt Österreich im Medaillenspiegel aktuell auf Platz drei. Man könnte aber auch sagen, dass Gloggnitz und Trattenbach (die Wohnsitze von Veronika Aigner und Johannes Aigner) hinter China und den USA liegen. Denn die Geschwister halten bei 5 x Gold, 1 x Silber und 1 x Bronze. Freitag hat „Hansi“ mit Guide Nico Haberl im Riesentorlauf die nächste Medaillenchance. Auch große internationale Medien wie die BBC, CCTV und die New York Times berichten aus Cortina über die Geschwister.
Olympia- und Paralympics-Pfarrer Johannes Lackner schätzt die Geschwister ebenfalls sehr. Der gebürtige Kitzbüheler hielt Mittwoch Abend im paralympischen Dorf einen Gottesdienst ab. Johannes Aigner und sein Guide Nico Haberl begleiteten die Messe mit ihren Gitarren. Lackner, der allen Teammitgliedern einen Fingerrosenkranz schenkte, erzählt: „Wir sind trotz der Hektik der Spiele gut zur Ruhe gekommen.“
„Unser Pfarrer ist ein richtig cooler Typ“
Elina Stary, die bei zwei Bronzemedaillen hält, erzählte: „Ich fand die Idee sehr nett. Fast das ganze Team war da. Die Atmosphäre war wunderschön.“ Ihr Guide Stefan Winter sagte: „Unser Pfarrer ist ein richtig cooler Typ.“ „Vroni“ meinte: „Mir gefällt die Art von Johannes extrem gut. Er ist ein sehr feinfühliger Mensch.“ Nach den Paralympics in Peking vor vier Jahren waren die Aigner-Geschwister bei einem vom St. Pöltener Bischof Alois Schwarz gehaltenen Gottesdienst anlässlich ihrer neun gewonnenen Medaillen in China sogar Ministranten gewesen.
„Das Schönste ist ihre große Lebensfreude“
Schwarz ist auch Sportbischof von Österreich, wählte Lackner als Olympia- und Paralympics-Pfarrer aus. Der 30-jährige Kaplan ist generell großer Fan der Parasportler: „Wie sie Grenzen und Barrieren überwinden, ist unglaublich. Wir sehen an ihnen, dass man wahnsinnig viel schaffen kann, wenn man an sich glaubt. Das Schönste ist ihre große Lebensfreude. Und so schlagfertig und authentisch wie dieses Team musst du auch erst einmal sein.“
Lackner ist als gebürtiger Kitzbüheler eng mit dem Skifahren verbunden: „Ich bin Mitglied beim dortigen Skiclub, war schon als Bub bei den Hahnenkamm-Rennen. Da wollte ich schon immer um 7 Uhr an der Strecke sein, um den besten Platz zu haben.“ Als Veronika und Elisabeth Aigner beim Streif-Spektakel waren, schliefen sie in Lackners kleinem Appartment.
Legende hört auf
Sonntag hat der Tiroler Kaplan in Cortina seinen 31. Geburtstag. Natürlich wird er auch am Ehrentag beim Slalom der Männer auf der Tribüne mitfiebern: „Das schönste Geschenk wären Medaillen für Österreichs Starter.“ Freitag wird unabhänging vom Ausgang des Riesentorlaufs der Herren der achtfache Weltmeister und zweifache Paralympics-Sieger Markus Salcher gefeiert – er bestreitet das letzte Rennen seiner Karriere.
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