„Krone“-Schulratgeber

Warum Sommersemester für die Jahresnote mehr wiegt

Tirol
13.03.2026 06:00
Porträt von Manfred Jordan
Von Manfred Jordan

Ein gutes Zeugnis ist Ausdruck von Fleiß und Können. Doch nicht immer ist eine Note eindeutig oder vorhersagbar. „Krone“-Schulratgeber Manfred Jordan über den Einfluss der Semesterbeurteilung auf die Jahresnote und  die Bedeutung des Sommerhalbjahres fürs Zeugnis. 

Grundsätzlich dient die Semesternote nur der Leistungsinformation und Orientierung – wo man steht, ist aber nicht rechtlich bindend und nicht automatisch 50 Prozent der Jahresnote. Die geltende Leistungsbeurteilungsverordnung hält fest, dass für die Jahresnote alle im gesamten Jahr erbrachten Leistungen zugrunde gelegt werden müssen. Gemeint sind alle schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungen. Dabei ist, so die Verordnung, dem zuletzt erreichten Leistungsstand ein höheres Gewicht zuzuschreiben.

Sommersemester mit höherer Aussagekraft
Die Regelung bedeutet also, dass das zweite Semester oft mehr Gewicht hat. Und zwar deswegen, weil es die aktuelle Leistungssituation besser beschreibt. Dies gilt vor allem für Schularbeitenfächer wie Deutsch, Sprachen, Mathematik und „aufbauende Fächer“. In diesen Fächern wiegt das Sommersemester in der Gesamtnotengebung stärker. Dies deswegen, weil es zeigt, ob und in welchem Ausmaß der bisherige Unterrichtsstoff beherrscht wird.

Manfred Jordan war lange Zeit Schuldirektor. Er weiß, was in der Ausbildung zählt.
Manfred Jordan war lange Zeit Schuldirektor. Er weiß, was in der Ausbildung zählt.(Bild: Johanna Birbaumer)

Das jetzt laufende zweite Semester ist für die Jahresnote vor allem bedeutsam, wenn man nach dem ersten Semester in einem Fach zwischen zwei Noten steht. Insbesondere dann, wenn es darum geht, eine negative Gesamtbeurteilung zu verhindern bzw. eine negative Leistungsdiagnose des ersten Semesters auszubessern.

Wie „Leistung“ in der Schule definiert wird
Was zählt eigentlich rechtlich als „Leistung“? Je nach Schultyp gibt es schriftliche Leistungen (Schularbeiten, Tests, Diktate), mündliche Leistungen (Prüfungen, Übungen, Mitarbeit), praktische Leistungsfeststellungen (Projekte, praktische Arbeiten, ...) und grafische Leistungsfeststellungen (Pläne, Zeichnungen etc.). Das Verhalten in der Schule darf nicht in die fachliche Leistungsbeurteilung einfließen. Dafür gibt es eine eigene Note; außer in Abschlussklassen.

„Krone“-Schulratgeber

Fragen an „Krone“-Schulratgeber Manfred Jordan gerne per Mail an: schulratgeber-tirol@kronenzeitung.at

Unterschiedliche Fächer, unterschiedliche Aspekte
Wie schafft man die oben erwähnte Verbesserung im zweiten Semester? Hilfreich ist es, die für die Notengebung in einem Fach bedeutsamen Aspekte zu kennen und an diesen gezielt zu arbeiten. Sind es in Mathematik vor allem Schularbeiten und mündliche Leistungen (Mitarbeit im Unterricht etc.), spielen in den Fremdsprachen überdies auch Kompetenzen wie Hören, Sprechen, Lesen und Textproduktion eine Rolle.

Klug ist es zudem, sich bei den betreffenden Lehrpersonen detailliert über diese Aspekte und deren Gewichtung zu informieren, damit man im zweiten, von Feiertagen und Kurzferien unterbrochenen Sommersemester gezielt und rechtzeitig an einer Notenverbesserung oder Vermeidung einer negativen Jahresnote arbeiten kann. Ein weiterer Tipp: Spätestens jetzt konsequent und zielgerichtet mit dem Lernen anfangen und mehrfach bei der jeweils zuständigen Lehrperson den aktuellen Leistungsstand nachfragen.

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