24.04.2020 07:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Verwirrung um Stornogebühr für Maturareise „X-Jam“

Für Fragezeichen sorgte ein vergünstigtes Stornoangebot für die Maturareise „X-Jam“ von DocLX. Die „Krone“ hat Informationen erhalten, wonach die Buchung im Hotel-Resort in Kroatien angeblich bereits storniert worden sein soll. Was Veranstalter und die Hotelgruppe bestreiten. Für den Juristen Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein (VSV) ist das Stornoangebot ein „unmoralisches“.

Vielleicht waren sie gerade beim Lernen, als Schülerinnen und Schüler, die für Juni bzw. Juli eine „X-Jam“-Maturareise in Kroatien gebucht hatten, vor wenigen Tagen eine E-Mail ihres Veranstalters erhielten. Oft sei der Wunsch nach einer kostenlosen Stornierung gekommen. Das sei zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht möglich, heißt es in der Nachricht. Deshalb habe man eine „besondere Kulanzlösung“ gefunden. Wer bis 4. Mai von der Reise zurücktrete, dem werde von den vertraglich vereinbarten Stornokosten 30 Prozent abgezogen.

Doch die „Krone“-Ombudsfrau hatte Information erhalten, wonach die Buchung im Hotel-Resort auf der kroatischen Halbinsel Lanterna bei Poreč, in dem die riesige Absolventen-Party steigen soll, für das eigentliche Veranstaltungsdatum angeblich bereits storniert worden sei. Auf der Internetseite der Hotelgruppe war für jedermann eine Buchung zum eigentlichen Maturareise-Termin wieder möglich.

DocLX weist Vorwurf zurück: „Hotel weiterhin gebucht und bestätigt“
Der Veranstalter von „X-Jam“, DocLX, teilte der Ombudsfrau in einer schriftlichen Stellungnahme mit, dass die beiden Wochen Ende Juni und Anfang Juli exklusiv für „X-Jam“ weiterhin gebucht und durch das Hotel bestätigt seien. Im Online-Buchungssystem gebe es einen Fehler, der gerade vom Hotel geprüft bzw. sobald wie möglich korrigiert werde. Von der Hotelgruppe Valamar hieß es, die Maturareise sei nicht abgesagt. Dass das Hotel auf der Webseite buchbar war und auch Reisebüros über die Buchungsmöglichkeit informiert wurden, sei auf ein internes Missveständnis zurückzuführen und bereits korrigiert worden.

Verbraucherschützer Kolba: „Keinesfalls stornieren oder umbuchen“
Die den Maturanten unterbreitete vergünstigte Stornoregelung hält Peter Kolba vom VSV dennoch für ein „unmoralisches Angebot“. Er rät, keinesfalls jetzt selbst zu stornieren. „Wenn man das tut, zahlt man zwar nicht so viel, aber immerhin eine Stornogebühr.“ Sollte zum Reisetermin Ende Juni Anfang Juli die Reisefreiheit jedoch nicht gegeben sein, wäre ein gänzlich kostenloses Storno möglich. Kolba glaubt übrigens nicht, dass die Maturareise wird stattfinden können, „weil so wie die Reise zugeschnitten ist, ja auch Abstandsregeln nur schwer eingehalten werden können“.

Weiters müsse man beim Thema Umbuchung vorsichtig sein, so der Jurist. Denn bei einer Änderung auf einen späteren Reisetermin könnte es wiederum so sein, dass - auch, wenn die Reise nicht stattfinden kann - ein gratis Rücktritt nicht möglich oder strittig ist. „Die Krise war bei der Umbuchung dann ja bereits bekannt.“

Und auch Restzahlungen würde der Experte in der derzeitigen Situation nicht leisten. Berufen könne man sich dabei auf die sogenannte Unsicherheitseinrede. „Auch wenn man zur Vorleistung vertraglich verpflichtet ist, kann man die eigene Leistung zurückhalten.“ Denn man wisse weder, ob die Reise stattfinde oder man kostenlos stornieren könne.

Die Ombudsfrau wird das Thema weiter beobachten! Nähere Infos zum VSV und Musterbriefe finden Sie auf der Internetseite des Verbraucherschutzvereins.

 Ombudsfrau
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