14.04.2020 21:16 |

Kurz zu Lockerungen:

„Wenn es schlechter wird, schreien wir Alarm“

In der „ZiB spezial“ (siehe Video oben) hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstagabend die Kennzahlen genannt, aufgrund denen eine mögliche weitere Lockerung oder Verschärfung der Corona-Maßnahmen möglich sei: die Zahl der Krankenhausaufenthalte, die absolute Zahl der Erkrankten und den Replikationsfaktor. Wenn es schlechter werde, würde man jedenfalls „sofort Alarm schreien“ und wieder strengere Regelungen einführen. Das Coronavirus werde Österreich noch so lange begleiten, bis es eine Impfung oder ein wirksames Medikament gebe. 

Auf die Frage, ob es eine Zahl gebe, aufgrund der man Maßnahmen lockern könnte, antwortete der Bundeskanzler: „Es wäre schön, wenn es eine Zahl gebe, aber es ist ein bisschen komplexer.“ Man werde sich drei Faktoren anschauen, nämlich die Zahl der Hospitalisierten, die absolute Zahl der Erkrankten und den Replikationsfaktor. „So lange der kleiner als eins ist, ist das etwas sehr Positives“, so Kurz.

Kurz: Virus wird Österreich monatelang begleiten
„Wenn es schlechter wird, würden wir sofort Alarm schreien und gegensteuern.“ Das Virus werde Österreich jedenfalls noch monatelang begleiten. Man sehe anhand von anderen Ländern, dass man in diesem Prozess manchmal „ein paar Schritte nach vorne und dann wieder einen Schritt zurückgeht“, wenn es notwendig sei. Sogar das Vorzeigeland Singapur erlebe gerade eine zweite Welle, deshalb sei so etwas auch in Europa „alles andere als ausgeschlossen“.

Kurz: „Wir sind auf einem guten Weg“
„Wir sind nicht überm Berg, die Krankheit ist nicht besiegt, aber im Moment sind wir auf einem guten Weg.“ Das Ziel sei es, Schritt für Schritt in neue Normalität zu gelangen. „Im Idealfall funktioniert das, vielleicht ist es aber auch notwendig, innezuhalten oder einen kleinen Schritt zurückzugehen“, so der Bundeskanzler.

Kurz bei der Pressekonferenz am Dienstag: „Österreich ist auf Kurs“

Kanzler optimistisch wegen Impfung oder Medikament
Tarek Leitner fragte Kurz auch, ob man die nächsten eineinhalb Jahre mit den Einschränkungen leben müsse. „Ich bin eigentlich sehr optimistisch was die Herstellung eines Impfstoffs oder eines Medikaments betrifft. Ich glaube, wenn die ganze Welt daran arbeitet, wird da schon etwas gelingen. Je besser wir die Krankheit in Schach halten können, desto mehr Leben werden wir retten“, antwortete Kurz.

Ende April Entscheidung über Ausgangsbeschränkungen
Die Ausgangsbeschränkungen würden in der derzeitigen Form bis Ende April gelten. „Dann werden wir entscheiden, ob wir sie verlängern müssen.“
Zwischen der Rücknahme einzelner Maßnahmen wolle man zwei Wochen Pause lassen, um die Zahl der Neuinfektionen zu kontrollieren. 

Experten: Schule besonders großer Risikofaktor
Über eine Öffnung der Schulen könne man frühestens Mitte Mai diskutieren, denn „in der Einschätzung von Experten ist die Schule ein besonders großer Risikofaktor. Es gibt über eine Million Schüler in Österreich.“ Das Gleiche gelte für die Gastronomie und den Tourismus.

Die Universitäten werden im heurigen Semester jedenfalls nicht mehr für den regulären Lehrbetrieb öffnen, da es hier auch „sehr gute Rückmeldungen“ gebe, was das E-Learning betrifft.

Bei der Pressekonferenz um 11 Uhr hatte Kurz bereits gesagt: „Die Zahlen entwickeln sich gut und gehen in die richtige Richtung.“ Er bedankte sich auch bei den Österreichern für die Entbehrung, den Verzicht und die Disziplin der vergangenen Wochen. 

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