02.04.2020 15:31 |

„Betrieb läuft weiter“

Universitäten: Bis Semesterende nur Fernlehre

Die Universitäten setzen aufgrund der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie weiter auf Distance Learning. Manche Unis stellen den Vorlesungsbetrieb bis Ende Juni auf Fernlehre um, mündliche Prüfungen werden großteils abgehalten. Bis nach Ostern soll es auch Lösungen für große schriftliche Klausuren geben, so die Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Sabine Seidler. In der Öffentlichkeit entstehe manchmal der Eindruck, dass die Universitäten den Betrieb eingestellt hätten. „Das stimmt nicht. Wir haben eine Vielzahl der Lehrveranstaltungen auf Distance Learning umgestellt. Es läuft in einigen Bereichen fast normal.“ 

Viele Hochschulen hätten sich bereits dazu entschlossen, alle Lehrveranstaltungen, die via Distance Learning abgehalten werden können, bis Semesterende auch so anzubieten - darunter etwa ihre eigene Uni, die Technische Universität (TU) Wien, so Seidler. Auch die Wirtschaftsuniversität (WU) hat ihre Studierenden bereits informiert, dass es bis Ende Juni bei der Distanzlehre bleibt.

„Das geschieht, um Lehrenden wie Studierenden Planungssicherheit zu geben und um Ressourcen für notwendige Übungen und schriftliche Prüfungen freizuspielen“, betonte Seidler. Im Forschungsbereich kämen die Mitarbeiter nun verstärkt dazu, Publikationen zu verfassen und Forschungsanträge zu schreiben.

Fristen könnten verlängert werden
„Spannend“ werde es, wie Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) mit dem geplanten Ermächtigungsgesetz umgeht, das ihm auch im Hochschulbereich weitgehende Eingriffe erlaubt. „Da ist es uns wichtig, dass man uns letztendlich größtmögliche Flexibilität gestattet - also uns Dinge ermöglicht, aber nicht regelt.“ So könnten etwa Fristen für Studierende in deren Sinne verändert werden.

Auf der anderen Seite erlaube das geplante Gesetz dem Minister auch, in Dinge wie die Studieneingangs- und Orientierungsphase bzw. Prüfungsketten einzugreifen. „Da kann ich mir nicht vorstellen, dass man sie zentral regelt. Direkte Eingriffe in Curricula sollten nicht durch den Minister erfolgen, sondern in den Universitäten zum Beispiel durch die Rektorate in Absprache mit den Senaten oder Curricularkommissionen.“

„Studierende sollen sich keine Sorgen um Beihilfen machen“
Die Einführung eines neutralen Semesters werde für die Studierenden keinesfalls zum Nachteil, versicherte Seidler. „Da geht es darum, dass sie sich zum Beispiel keine Sorgen um Beihilfen machen müssen.“ Die Unis würden weiter wo möglich Prüfungen anbieten.

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