Mehr als 20 Anzeigen - und dabei sind viele der Polizei einfach davongelaufen: Das Telfer Wirtfest war am Samstag völlig aus dem Ruder gelaufen. Exekutive und Sicherheitskräfte waren auf verlorenem Posten.
Die Rettung berichtet von unzähligen Verletzten, die sich aber nicht behandeln lassen wollten - damit die Polizei aus dem Spiel bleibt. Bei Körperverletzung muss das Krankenhaus ja Meldung erstatten. Die Polizei rechnet in den kommenden Tagen noch mit weiteren Anzeigen. Das war auch in den vergangenen Jahren so.
Konsequenzen von strengeren Auflagen bis zur Absage
Das Telfer Wirtefest war immer schon eine Veranstaltung, bei der es rundging. Aber noch nie so wie am Samstag. Und deswegen denkt man in Telfs auch schon intensiv über Konsequenzen nach. "Es wird viele Gespräche unter allen Beteiligten geben", erklärte Bürgermeister Christian Härting, der auch schon einige der Möglichkeiten aufzählt: Eine "schwarze Liste" mit amtsbekannten Unruhestiftern, denen der Zutritt verweigert wird. "Aber das wird schwierig", weiß Härting. Mehr Personal und eine frühere Sperrstunde (von 4 Uhr auf 2 Uhr etwa) sind ebenso Optionen wie ein Verbot von harten Getränken. "Aber da jammern wieder die Wirte", weiß Härting. Eine Absage steht auch im Raum - das will der Bürgermeister jedoch eher verhindern: "Da würden wir nur die vielen Anständigen bestrafen."
Allerdings: Bevor es wieder zu Randalen kommt, würde auch er das Fest streichen. "Immerhin kostet das die Marktgemeinde 5.000 Euro bis 10.000 Euro – und wenn wir dann diesen negativen Beigeschmack haben, lassen wir es lieber bleiben."
von Stefan Ruef, Tiroler Krone
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