Der Überfall soll sich am 19. Juli gegen 22 Uhr am Klara-Pölt-Weg in Innsbruck ereignet haben. Wie der 15-Jährige angab, hatte eine sieben- bis zehnköpfige Gruppe Jugendlicher ihn eingekreist, festgehalten und mit einem Messer bedroht. In seiner Angst habe er seinen Peinigern 40 Euro ausgefolgt.
Nach der Tat wären die Räuber in Richtung Bogenmeile geflüchtet. Trotz einer guten "Beschreibung" der Angreifer durch das "Opfer" blieb eine erste intensive Fahndung nach ihnen erfolglos.
"Bei den Nachforschungen zur Klärung des Überfalles und bei der Suche nach den Tätern ergaben sich immer mehr Widersprüche und Ungereimtheiten", schildert Chefinspektor Franz Bernsteiner von der Innsbrucker Kripo. Und weiter: "Wir kamen zu dem Schluss, dass der Überfall in dieser Form einfach nicht stattgefunden haben kann." Schließlich gab der 15-Jährige auch zerknirscht zu, den Raub nur erfunden zu haben. Das Motiv dafür liegt vorläufig noch im Dunkeln.
"Enormer Aufwand" für Fantasiegeschichte
"Solche Fälle sind in höchstem Maße ärgerlich", beschweren sich die Ermittler, "denn hier muss von der Anzeige über die Maßnahmen zur Ausforschung der Täter ein enormer Aufwand betrieben werden. Diese Zeit könnte weit besser mit der Bearbeitung tatsächlicher Vorfälle genützt werden."
Für den 15-Jährigen hat die Sache aber auch noch ein unerfreuliches Nachspiel. Er muss sich vor Gericht dafür verantworten. Die Höchststrafe für die Vortäuschung einer strafbaren Handlung beträgt sechs Monate Haft.
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