28.02.2020 15:08 |

Verdächtiger gefasst

Junge Frau in Tirol zur Prostitution gezwungen

Im Jahr 2014 kam eine junge Bulgarin nach Tirol, um hier als Reinigungskraft zu arbeiten - doch der vermeintlich sichere Job entpuppte sich schnell als falsche Versprechung. Die damals 18-Jährige wurde stattdessen über Jahre hinweg zur Prostitution gezwungen, heißt es von der Polizei, die nun einen Ermittlungserfolg zu verbuchen hat: Der mutmaßliche Zuhälter, ein 33-jähriger Bulgare, konnte sechs Jahre nach Beginn der Leidensgeschichte festgenommen werden.

Prostitution, Gewalt und Drohungen: Über drei Jahre wurde eine junge Frau aus Bulgarien zur Prostitution gezwungen - die Hälfte ihrer Einnahmen daraus blieben der Frau aber nicht mal, sondern wurden von einem Zuhälter kassiert.

Aber zum Anfang: Vor sechs Jahren wurde die damals 18-Jährige über eine Facebook-Bekanntschaft von Bulgarien nach Österreich gelockt, um hier als Reinigungskraft zu arbeiten. „Als die Frau in Österreich ankam, musste ihr Bekannter aber eine Haftstrafe antreten“, informiert die Polizei. 

Erneut falsche Versprechungen 
Die Bulgarin sei daraufhin einem 33-Jährigen übergeben worden, der vorgab, sich um sie zu kümmern. Doch auch dieses Versprechen platzte nur allzu schnell: „Der Verdächtige schickte die Frau auf den Straßenstrich und in Bordelle, wo sie als Prostituierte arbeiten sollte“, schildern die Beamten. Dabei habe er ihr große Verdienstmöglichkeiten und sogar einen Hausbau versprochen, was die Frau zunächst wohl überzeugte. 

Drohungen und Schläge
„Bald kontrollierte der Verdächtige allerdings Standplatz, Preise, Arbeitszeiten sowie -bedingungen und überprüfte, ob die Frau seine Vorgaben auch einhielt“, erklären die Ermittler. Zudem habe die Bulgarin die Hälfte ihrer Einnahmen an den mutmaßlichen Zuhälter abgeben müssen - und zwar offenbar ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Nach einem Jahr des Grauens wollte die damals 19-Jährige schließlich zurück in die Heimat. Gelungen sei ihr das aber nicht: „Als sie 2015 ihre Tätigkeit aufgeben und zurückkehren wollte, wurde sie von dem Verdächtigen mehrfach bedroht und geschlagen“, heißt es von der Polizei. Erst zwei Jahre später, also 2017, sei die Flucht schließlich gelungen. 

Festnahme 2020
Zwei weitere Jahre zogen ins Land, bis die Bulgarin 2019 nach Österreich zurückkehrte und schließlich ihren gesamten Leidensweg bei der Polizei anzeigte. Das Landeskriminalamt nahm die Ermittlungen wegen Verdachts des Menschenhandels auf - und zwar erfolgreich. In Völs konnte ein Verdächtiger festgenommen werden. „Geständig zeigte sich der Mann in der Einvernahme nicht“, erklärt ein Polizist auf „Krone“-Nachfrage. Er befindet sich nun aber in der Justizanstalt Innsbruck in Untersuchungshaft.

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