16.07.2010 16:41 |

Geheime Pläne

Gleich zwei AKW-Standorte nahe Kärntner Grenze

Auf Geheimpolitik setzt Italien, wenn es um die geplanten Kernkraftwerke geht. Es gibt zwar bereits ein Abkommen mit Frankreich über die Errichtung der AKW, die Standorte werden aber nicht genannt. Durchgesickert ist, dass mit Chioggia und Monfalcone gleich zwei Bauplätze nahe der Kärntner Grenze liegen.

Insgesamt vier Atommeiler sollen in Italien ab 2013 errichtet werden. Schon 2009 unterzeichnete Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit seinem französischen Amtskollegen Nikolas Sarkozy einen Vertrag für den Bau der Kernkraftwerke. 20 Milliarden Euro will die italienische Regierung dafür angeblich ausgeben.

Beliebte Badorte in der Zange
Das erste Kraftwerk soll bei Chioggia in der Nähe von Venedig errichtet werden, weniger als 200 Kilometer Luftlinie von Kärnten entfernt. Noch näher zu Kärnten – Luftlinie 80 Kilometer –  liegt laut einer internen Liste des italienischen Stromgiganten Enel der zweite Standort Monfalcone. Die beliebten Badeorte an der Adria wie Grado, Lignano und Jesolo würden damit von zwei Atomkraftwerken in die Zange genommen. Weitere AKW-Standorte sind in der Region um Mailand vorgesehen.

Offentlicher Protest von Dörfler gefordert
Greenpeace fordert wie auch die Kärntner SPÖ, dass Landeschef Gerhard Dörfler die Ablehnung der Kernreaktoren vor Kärntens Grenze mittels einer öffentlichen Protestnote deutlich macht. "Die Verantwortung wegen der Zuständigkeit auf die Bundesregierung zu schieben, reicht nicht. Dörfler muss zum Schutz der Bevölkerung selbst aktiv werden", erklärt Anti-Atom-Sprecher Niklas Schinerl.

Er lässt auch nicht gelten, dass Dörfler noch keine konkreten Informationen über die Atom-Pläne im Nachbarland habe. "Weder Österreich noch die grenznahen Bundesländer wie Kärnten, Tirol und die Steiermark wurden informiert", so Schinerl. "Die italienische Regierung unter Berlusconi versucht möglichst viele Informationen über die geplanten Standorte für die Atomkraftwerke zurückzuhalten."

"Gefährliches Abenteuer"
In Italien haben sich bereits Umweltaktivisten und Bürgerinitiativen gegen die neuen Atomkraftwerke zusammengeschlossen. Auch die Grünen sind dagegen und sprechen von einem "gefährlichen Abenteuer, für das die Italiener einen hohen Preis bezahlen werden."

von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"

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