10.02.2020 15:35 |

Fauxpas im Wahlkampf

„Hundsgesichtig“: Biden beschimpft Studentin

Joe Biden, unter Barack Obama Vizepräsident der USA, ist im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten erneut ins Fettnäpfchen getreten. Bei einem Wahlkampfauftritt in New Hampshire bezeichnete er eine junge Frau als „verlogene hundsgesichtige Pony-Kavalleristin“. Die 21-jährige Studentin hatte Biden zuvor um eine Erklärung für dessen schlechtes Abschneiden bei der Vorwahl der Demokraten in Iowa gebeten.

„Das ist eine gute Frage“, antwortete der nach der deutlichen Niederlage bei der ersten Vorwahl in Iowa erheblich unter Druck stehende Biden. „Waren Sie jemals bei einer Vorwahl?“, fragte er die Studentin Madison Moore, die dann nickte. „Nein, waren Sie nicht“, sagte Biden weiter. „Sie sind eine verlogene, hundsgesichtige Pony-Kavalleristin.“

Ausraster laut Sprecherin „ein Witz“
Bidens Wahlkampagnen-Sprecherin Remi Yamamoto versuchte den Schaden zu begrenzen und twitterte, die Aussage sei ein Witz gewesen: „Das ist aus einem John-Wayne-Film“ und Biden habe den Witz schon oft gemacht. Viele Twitter-Nutzer fanden die Bemerkung allerdings nicht lustig.

Biden hat „unglaublich schlecht abgeschnitten“
Moore sagte der „Washington Post“, es sei „völlig irrelevant, ob ich bei einer Vorwahl war oder nicht“. Joe Biden habe in diesem Rennen „unglaublich schlecht abgeschnitten“. Dessen Unfähigkeit, eine einfache Frage einer „unbedeutenden Studentin wie mir zu beantworten, verschärft diese Realität nur noch mehr“, sagte sie.

Biden in Iowa-Vorwahl nur auf Platz vier
Am Dienstag findet im Bundesstaat New Hampshire die zweite Vorwahl der Demokraten statt. Biden war in Iowa nur auf den vierten Platz gekommen, obwohl er zuvor in landesweiten Umfragen an der Spitze gelegen war. Den Sieg trug völlig überraschend der aufstrebende Star der Demokraten, Pete Buttigieg (38), davon. Dem gemäßigten Politiker aus dem traditionell republikanischen Bundesstaat Indiana dürfte es gelungen sein, von der Schwäche Bidens zu profitieren.

Biden rechnet auch in New Hampshire mit Niederlage
Biden hat diese Woche in einer Fernsehdebatte der demokratischen Kandidaten einer Niederlage in New Hampshire schon vorgebaut und gemeint, dass er auch bei diesen Vorwahlen einen Schlag kassieren werde. Beobachter geben dem aus New Hampshires Nachbarstaat Vermont stammenden linksgerichteten, ebenfalls nicht unumstritten Senator Bernie Sanders die besten Chancen. Haarig dürfte es für Biden bei der dritten Vorwahl in South Carolina am 29. Februar werden. Dort ist nämlich erstmals auch eine größere Gruppe von Afroamerikanern wahlberechtigt, die als größte Stütze des früheren Stellvertreters von Ex-Präsident Barack Obama gelten.

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