Auf einen derartigen Empfang kann man sicher getrost verzichten: Als ein Wiener am Donnerstagabend zu später Stunde nach Hause kam, stieß er auf ein fremdes Paar in seiner Wohnung. Die Eindringlinge hatten sich dort breitgemacht, gegessen, geduscht und sogar die Kleidung des Besitzers angezogen. Die alarmierte Polizei nahm die beiden fest.
Plötzlich einer fremden Frau und einem fremden Mann in den eigenen vier Wänden gegenüberstehen. Diese unangenehme Erfahrung musste ein Wohnungsinhaber am späten Donnerstagabend in der Leopoldstadt machen.
Das Paar, eine 27-jährige serbische Staatsangehörige und ein 38-jähriger libyscher Staatsangehöriger, hatte sich offenbar über ein offenstehendes Oberlichtfenster Zugang zur ebenerdig gelegenen Wohnung verschafft und einquartiert.
Geraucht, gegessen, geduscht
Doch die beiden hatten es offenbar nicht auf Wertgegenstände oder dergleichen abgesehen, sondern vielmehr nach einem gemütlichen Plätzchen, um sich die Zeit zu vertreiben. Sie warfen Kleidungsstücke des Eigentümers aus dem Fenster und legten sich in sein Bett, um dort zu rauchen, bedienten sich am Inhalt des Kühlschranks, benutzten die Dusche und zogen im Anschluss auch Kleidung des Wohnungsinhabers an.
Gegen 22 Uhr kam dann der rechtmäßige Bewohner heim und setzte dem Treiben ein Ende. Die Polizei rückte an. Die 27-Jährige konnten Beamte vor der Wohnung festnehmen. Ihr mutmaßlicher Komplize versuchte, nur leicht bekleidet, die Flucht zu ergreifen. Nach einer kurzen Verfolgung wurde der 38-Jährige jedoch von Beamten der Sondereinheit WEGA gestoppt und ebenfalls festgenommen.
Frau stand unter Drogen
Bei der Vernehmung versuchte er noch, den Beamten einen Bären aufzubinden und erklärte, in der Wohnung zu leben. Eine Einvernahme der 27-jährigen Frau war aufgrund ihres offensichtlich durch Suchtmittel beeinträchtigten Zustandes vorerst nicht möglich. Eine spätere amtsärztliche Untersuchung bestätigte, dass sie unter dem Einfluss von THC und Kokain stand.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde der Mann in eine Justizanstalt eingeliefert, die Frau wurde auf freiem Fuß angezeigt.
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