07.02.2020 09:16 |

Nach App-Panne

Buttigieg bei Iowa-Vorwahl hauchdünn in Führung

Nach den Verzögerungen aufgrund einer blamablen Panne haben die US-Demokraten das Endergebnis ihrer Präsidentschaftsvorwahl im Bundesstaat Iowa veröffentlicht. Demnach liegt der moderate Ex-Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg, hauchdünn vor dem Senator aus Vermont, Bernie Sanders, an der Spitze.

Das teilte die Regionalsektion der Demokraten in Iowa am Donnerstagabend nach Auszählung der Stimmen in allen Bezirken mit. Buttigieg kommt demzufolge auf 26,2 Prozent, Sanders auf 26,1 Prozent. Die linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren liegt mit 18 Prozent auf dem dritten Platz.

Hinter ihr folgen der frühere Vizepräsident Joe Biden (15,8 Prozent) und die Senatorin Amy Klobuchar (12,3 Prozent). Beide sind, wie auch Buttigieg, Vertreter des moderaten Parteiflügels.

Demokraten fordern Überprüfung der Resultate
Wegen des überaus knappen Endergebnisses und tagelangen Kopf-an-Kopf-Rennens riefen zunächst weder die Demokraten noch die US-Medien einen Sieger aus. Die demokratische Parteizentrale hatte zuvor eine Überprüfung der Resultate verlangt. „Genug ist genug“, schrieb Parteichef Tom Perez im Kurzbotschaftendienst Twitter. Um das „Vertrauen der Öffentlichkeit“ in das Ergebnis sicherzustellen, müsse „unverzüglich“ mit einer erneuten Überprüfung begonnen werden.

Die Panne wurde nach Partei-Angaben durch einen Programmierfehler bei einer App verursacht, welche Daten aus den einzelnen Bezirken sammelte. Die Verzögerungen bei der Stimmenauszählung stellten für die Demokraten ein Fiasko zum Auftakt des mehrmonatigen Vorwahlmarathons dar, in dem der Herausforderer von Trump bestimmt werden soll.

Die Riesenüberraschung aus Indiana
Buttigieg hatte schon in Teilergebnissen aus Iowa an der Spitze gelegen. Sein sehr gutes Abschneiden ist - unabhängig davon, ob sein Sieg letztlich bestätigt wird oder nicht - eine Riesenüberraschung. Der homosexuelle 38-Jährige war als krasser Außenseiter in das Präsidentschaftsrennen eingestiegen.

Vor einem Jahr war der damalige Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt Stadt South Bend im Mittelweststaat Indiana überregional kaum bekannt. Er selbst ist Kriegsveteran und hat als Soldat im Afghanistaneinsatz gedient. Buttigiegs Vater, der im Jänner 2019 verstarb, immigrierte in den 1970er Jahren aus dem EU-Staat Malta in die USA.

Die nächsten Vorwahlen finden am Dienstag im Bundesstaat New Hampshire statt. Dort dürfte es laut Meinungsumfragen ebenfalls wieder ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Buttigieg und Sanders geben. Ihren Kandidaten nominieren werden die Demokraten nach dem Ende der Vorwahlen bei einem Parteitag im Juli. 

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