05.02.2020 09:00 |

Thema im Landtag

Krisenwohnplätze für Jugendliche in Bezirken

Drei Jugendliche sind - wie berichtet - 2017/2018 an einer Tabletten-Überdosis gestorben. Sie gehörten alle demselben Betreuungsnetz in Innsbruck an, das teils überfüllt ist. Daher forderte die FPÖ die Errichtung von Krisenwohnplätzen in den Bezirken. Der Antrag wurde nun in den Ausschüssen für den Landtag angenommen.

Der Tod der drei Jugendlichen hat damals ganz Tirol erschüttert. Sie starben an einer Überdosis Praxiten – an Tabletten mit dem Wirkstoff Oxazepam, der angstlösende sowie beruhigende Eigenschaften hat. Und der rasch abhängig macht.

Die Mädchen waren alle in derselben Einrichtung für wohnungslose Jugendliche bzw. junge Erwachsene untergebracht, die sich in diversen Problemlagen befinden und Unterstützung benötigen. Es handelt sich dabei um eine Anlauf- und Beratungsstelle sowie einen Übergangswohnbereich mit zehn Wohnplätzen.

3518 Aufenthaltstage im Jahr 2018
„Seit Jahren ist diese Einrichtung mehr als ausgebucht. Allein 2017 gab es im Wohnbereich folgende Auslastungszahlen: 68 Bewohner, 3518 Aufenthaltstage, das Durchschnittsalter lag bei 16,5 Jahren und die Auslastung bei 96,4 Prozent“, heißt es im Antrag der FPÖ, der im November 2018 eingebracht wurde. Gerade zu sensiblen Zeiten wie zum Beispiel zu Weihnachten sei die Einrichtung überlastet.

„Im Oberland gibt es kein einziges Angebot“
„Fakt ist auch, dass es in Tirol einen massiven Mangel an ständig betreuten 2er- sowie 3er-WGs für diese Zielgruppe gibt. Die Einzelunterbringung hat sich nicht immer bewährt, wie die tragischen Vorfälle unter Beweis gestellt haben. Im Oberland gibt es etwa überhaupt kein derartiges Angebot“, brachten es die Abgeordneten rund um FP-Landesparteichef Markus Abwerzger auf den Punkt. Daher forderten sie, „im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe mit externen Projektpartnern darauf einzuwirken, dass dezentrale Krisenwohnplätze für Jugendliche in den Bezirken errichtet und finanziert werden.“

Spät, aber doch wurde der Antrag nun in den Ausschüssen für den heute beginnenden Landtag angenommen. Die ÖVP und die Grünen haben ihn lediglich formal ein wenig abgeändert. Das bedeutet, dass die geforderten dezentralen Krisenplätze tatsächlich realisiert werden sollen. Bleibt zu hoffen, dass die Umsetzung nicht so lange auf sich warten lässt

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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