22.01.2020 09:02 |

„Vielleicht ruhiger“

Schwangere SPD-Politikerin erntet erneut Hass

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli ist im fünften Monat schwanger. „Es ist ein großes Geschenk, auch weil wir nicht mehr damit gerechnet haben“, sagte die 41-Jährige mit palästinensischen Wurzeln der „Bild“-Zeitung am Mittwoch. Aus der Politik will sich Chebli aber nach der Geburt nicht zurückziehen. Auch ihr aktiver Kampf gegen Hass im Netz und Rassismus werde sie fortsetzen. „Jetzt erst recht“, lautet ihre Devise. Kurz nach Bekanntwerden ihres Babyglücks gab es schon die ersten Hasskommentare in den sozialen Medien.

Einerseits wurden bereits Stimmen laut, die sich „freuen“, dass sich die polarisierende Staatssekretärin nun „wichtigeren Dingen“ widmet. „Vielleicht lenkt sie das ja etwas von den ,imaginären‘ Nazis ab“, schrieb ein Twitter-User. Ein anderer äußerte die Hoffnung, dass die polarisierende SPD-Politikerin nun „vielleicht endlich ruhiger“ werde, „wenn sie ihrer biologisch bestimmten Rolle als Mitter nachkommen kann“. Chebli hatte zuletzt eine Morddrohung von mutmaßlichen Rechtsextremisten gegen sich öffentlich gemacht. Sie erhebt immer wieder ihre Stimme gegen Rassismus und Intoleranz.

Dönmez musste nach Skandal-Tweet ÖVP verlassen
Cheblis Name wurde in Österreich vor allem dadurch bekannt, dass im September 2018 der damalige ÖVP-Abgeordnete Efgani Dönmez wegen eines Tweets über sie den türkisen Parlamentsklub verlassen musste. Dönmez hatte auf Twitter auf die Frage eines Users, wie Chebli nur zu ihrem Amt als Staatssekretärin gekommen sei, geantwortet: „Schau dir mal ihre Knie an, vielleicht findest du da eine Antwort.“

Von Usern des Kurznachrichtendienstes wurde dies so interpretiert, dass die Politikerin ihre Karriere sexuellen Handlungen verdanke. Nach heftiger Kritik meinte Dönmez, dass es niemals seine Absicht gewesen sei „Frau Chebli wegen ihres Geschlechts oder politischen Parteizugehörigkeit zu diffamieren“.

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