02.07.2010 11:10 |

Metal nonstop

Megadeth ließ bei Gig in Wien keinen Wunsch unerfüllt

Im Schatten von Metallica lebt es sich unbeschwert. Die unprätentiöse Thrash-Metal-Band Megadeth bescherte dem Wiener Publikum am Donnerstag einen Abend, der nichts zu wünschen übrig ließ: laute und schnelle Musik, handwerklich brillant gemacht - und das ganze nonstop.

Große Ansprachen sind das Ding von Frontman Dave Mustaine nicht. Was anderswo allerdings als ignoranter Akt daherkommt, war bei Megadeth ein probates Mittel zum Zweck. Denn der Metal-Marathon erwies sich als äußerst effektiv - Publikum in Metal-Ekstase, Zugabe obsolet.

Bassist David Ellefson ist zurück
Die beste Nachricht: David Ellefson ist zurück. Der Bassist hat über Jahrzehnte den kompakten Sound von Megadeth geprägt, sein vorübergehender Ausstieg ließ die Megadeth-Fans raunen. Spielfreudiger denn je beherrschte der Tieftöner nun die Bühne des Gasometers. Mit Mustaine teilt er sich nicht nur den selben Friseur, sondern auch das Sendungsbewusstsein der Bay-Area-Thrasher der 80er Jahre: viel Zorn, besonders auf das Establishment (was immer das auch ist), und das ganze in Stakkato.

"Old school" statt Innovation
Schon zu Beginn verheizten Megadeth einige ihrer größten musikalischen Großtaten: "Holy Wars", "Skin O' My Teeth" und "Hangar 18" sorgten dafür, dass erste Euphorie unter den Fans aufkam. Kein Geschwätz, vielleicht ein kurzer gemurmelter Gruß. Das aktuelle Opus "Endgame" sollte erst gar keinen großen Platz einnehmen. Metalheads sind Reaktionäre, das wussten auch die vier Mannen auf der Bühne und sparten vor dem simplen, nur mit einem Megadeth-Transparent verzierten Hintergrund, mit Innovationen.

Neben Mustaine und Ellefson zeigten noch Chris Broderick an der Lead- Gitarre und Shawn Drover am Schlagzeug technische Brillanz auf ihren Instrumenten. "Symphony of Destruction" und "Peace Sells" komplettierten das Megadeth-Kompendium, das nach eineinhalb Stunden kaum Wünsche übrig ließ. Eine punkig gerotzte Version von "My Way" vom Band signalisierte schließlich, dass Megadeth nicht vorhaben, zu einer Zugabe zurückzukehren. Warum auch, es war alles gesagt.

von Christian T. Schwei (APA)

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