02.07.2010 07:45 |

Nahe Heiligenstätte

Über 40 Tote bei Anschlägen in Pakistan

Bei Anschlägen in Pakistan sind am Donnerstag mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Drei Selbstmordattentäter hatten sich nahe einer muslimischen Heiligenstätte in Lahore im Osten des Landes in die Luft gesprengt. Mehr als 120 Menschen wurden dabei verletzt. Aufständische mit Verbindungen zum Terror-Netzwerk Al Kaida und den Taliban haben eine Welle der Gewalt losgetreten, nachdem die Regierung gegen ihre Rückzugsgebiete an der Grenze zu Afghanistan vorgegangen war.

Die Attentäter zündeten die Bomben in dem Schrein Data Darbar des Sufi-Heiligen Hazrat Syed Ali bin Usman Hajweri. Die weitläufige Grabstädte ist ein vielbesuchter Ort im Zentrum der Millionenstadt, an der sich jeden Donnerstag Hunderte Gläubige versammeln. Die Attentäter drangen trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen mit den Sprengsätzen in die Grabstädte des 1077 in Lahore gestorbenen Heiligen ein. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Ein Regierungsbeamter in Lahore sagte jedoch, es handle sich um "dieselben Leute, die auch die früheren Anschläge in Lahore verübt haben."

Tausende Tote bei Welle der Gewalt
Pakistan wird seit rund drei Jahren von einer Welle blutiger Anschläge erschüttert, hinter denen meist Mitglieder der pakistanischen Taliban, der Al Kaida oder anderer radikalislamischer Gruppierungen vermutet werden. Mehr als 3.400 Menschen wurden in dem Zeitraum getötet.

In den vergangenen Monaten wurde dabei immer wieder Lahore, die zweitgrößte Stadt des Landes, ins Visier genommen. Ende Mai wurden bei zeitgleichen Anschlägen auf zwei Moscheen mehr als 80 Menschen getötet. Während des Freitagsgebets eröffneten die Angreifer das Feuer auf Anhänger der Ahmadi-Sekte und warfen Granaten in die Gotteshäuser. Einer der Attentäter zündete zudem einen Sprengstoffgürtel. Am 12. März wurden zudem bei einem doppelten Selbstmordattentat 57 Menschen getötet und mehr als 130 verletzt.

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