01.01.2020 13:44 |

Krater identifiziert

Meteorit schleuderte Glasobjekte über den Globus

Ein großer Meteorit, der vor knapp 800.000 Jahren kleine Glasobjekte über weite Teile der Erde geschleudert hat, ging vermutlich im heutigen Laos nieder. Forscher um Kerry Sieh vom Earth Observatory of Singapore glauben, dass sich der Einschlagkrater unter einer Schicht vulkanischen Gesteins auf dem Bolaven-Plateau im Süden des südostasiatischen Landes befindet.

Fachleuten war schon bekannt, dass vor rund 790.000 Jahren ein Meteorit auf die Erde traf, bei dessen Einschlag irdisches Material schmolz. Es wurde über riesige Entfernungen geschleudert. Dabei erstarrte es zu sogenannten Tektiten - auch Gesteinsgläser genannt. Diese Glaskörper sind über etwa ein Zehntel der Erdoberfläche verstreut, darunter Australien, Südostasien und die Antarktis.

Unklar war bisher aber, wo genau der Meteorit niederging. Trotz intensiver Suche in den vergangenen Jahrzehnten sei der Krater nicht gefunden worden, schreiben die Forscher um Sieh. „Das legt nahe, dass es entweder nie einen Krater gegeben hat, oder dass er verschwunden ist - entweder durch Erosion oder indem er verschüttet wurde“, berichten sie in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Krater unter dicker Schicht Vulkangestein gegraben
Nun wurden die Wissenschafter auf dem Bolaven-Plateau fündig. Dort gibt es ein großes Feld aus Basaltgestein, dass durch Vulkanismus entstanden ist. Unter dieser dicken Schicht soll der Krater begraben liegen. Ihre These untermauern die Forscher in PNAS mit mehreren Indizien.

Schwereanomalien lassen auf Krater schließen
Bestimmtes Gestein auf dem Plateau passt geochemisch zu den weggeschleuderten Tektiten. Die Lavaströme über und nahe dem vermuteten Krater ergossen sich Analysen zufolge erst nach dem Einschlag. Sogenannte Schwereanomalien im Boden lassen auf einen 17 mal 13 Kilometer großen Krater schließen. Einige Kilometer vom vermuteten Krater entfernt gibt es Steinbrocken, die den Forscher zufolge vermutlich beim Einschlag des Meteoriten ausgeworfen wurden.

Das genaue Alter der Tektite hatten vor knapp vier Jahren Forscher um den Heidelberger Geowissenschaftler Mario Trieloff bestimmt. Die Gruppe hatte nicht nur Tektite aus dem asiatisch-australischen Raum - um die es in der Arbeit von Sieh geht - untersucht, sondern auch welche aus Kanada und Belize (Mittelamerika).

Dabei kamen sie im Fachblatt „Geochimica et Cosmochimica Acta“ zu dem Schluss, dass es vor rund 790.000 Jahren mindestens einen weiteren Einschlag gegeben haben muss. Denn die untersuchten Glaskörper sind zwar alle ungefähr zur selben Zeit entstanden. Allerdings weise eine abweichende chemische Zusammensetzung der Glasobjekte aus Belize darauf hin, dass sie bei einem anderen Einschlag entstanden sind.

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