Gefälschte Papiere
Terrorverdächtige an Grenze zu Südafrika verhaftet
Muhammad (33) und Ahmed (39) hatten laut der staatlich kontrollierten simbabwischen Zeitung "The Herald" versucht, mit gefälschten Pässen am Grenzübergang Beitbridge (Bild) in den Kap-Staat einzureisen. Beide sind demnach von Saudi-Arabien aus zunächst nach Tansania geflogen, wo sie sich falsche kenianische Papiere vor der Weiterfahrt nach Simbabwe besorgt haben. Mittlerweile sitzen sie in der Hauptstadt Harare in Haft.
Behörden spielen Affäre herunter
Die Festnahme der Pakistanis hat nun die Sicherheitsbehörden des Südafrikas aufhorchen lassen. Polizeichef Vish Naidoo bestätigte die Festnahmen, meinte aber mit Blick auf den terroristischen Hintergrund der beiden: "Nichts dergleichen wurde jemals besprochen. Simbabwes Polizei hat die beiden nur festgenommen, weil sie falsche Ausweise dabei hatten. Wir wurden darüber informiert, weil sie versucht hatten, nach Südafrika zu gelangen." Weitere Details habe er nicht.
Südafrikas Grenze zu Simbabwe gilt als extrem durchlässig, doch während der WM sind die Sicherheitsvorkehrungen erheblich verschärft worden. Die Festnahmen fallen zusammen mit einem groß angelegten Schlag gegen eine Gruppe von Pakistanis, die in großem Stil südafrikanische Pässe und andere Dokumente gefälscht hat. Elite-Polizisten nahmen am Freitag sechs Personen fest, die nach Angaben der Behörden zahlreiche Pässe, Geburtsurkunden, Ausweise und Arbeitsgenehmigungen des WM-Gastgebers täuschend echt gefälscht hatten.
Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma begrüßte die Festnahmen als wichtige Etappe im erfolgreichen Kampf gegen die Korruption. Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde stehen seit langem im Verdacht, gegen Geld echte Dokumente an pakistanische Schleuser ausgegeben zu haben. Die britischen Behörden haben wegen eines verbreiteten Missbrauchs südafrikanischer Pässe im vergangenen März für alle Südafrikaner eine Visa-Pflicht eingeführt. In einer Erklärung hatte es geheißen, Pässe des Kap-Staates gehörten zu den am meisten missbrauchten Reisedokumenten, die britischen Grenzposten aufgefallen seien.
Bereits im vergangenen Oktober hatte die plötzliche zweitägige Schließung aller diplomatischen US-Vertretungen im Lande Spekulationen über mögliche Terroranschläge gegen US-Ziele während der Fußball-Weltmeisterschaft genährt. Dennoch betonte Südafrikas Polizeiminister Nathi Mthetwa zum WM-Auftakt, es gebe "keine ernstzunehmende Drohung". Warnungen von Experten über drohende Anschläge islamistischer Extremisten entbehrten der realen Grundlage.
Medien berichteten über Anschlagspläne
Die renommierte Sonntagszeitung "Sunday Independent" hatte 2009 als erste berichtet, das Terrornetzwerk Al Kaida plane während des sportlichen Großereignisses Anschläge gegen US-Ziele im Kap-Staat. Das würden abgehörte Handy-Gespräche belegen - und das sei auch der Grund für die Schließung der US-Botschaft gewesen. Das Blatt berief sich auf eine ungenannte Quelle, die von einer Terror-Verbindung zwischen Pakistan und einem ostafrikanischen Land berichtet. Demnach sollten Terroristen aus diesem Staat ans Kap eingeschleust werden.
Für Südafrika hätte diese Art der Bedrohung eine neue Qualität. Seit dem Ende der Apartheid machte der Staat zwar Schlagzeilen wegen seiner hohen Kriminalität, hatte aber kaum Terror-Probleme. Die Sicherheitsbehörden reagierten daher stets gelassen mir der Formel: Man nimmt die Bedrohungsszenarien ernst und habe alles unter Kontrolle, werde aber nichts sagen.
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