Schulden bezahlt

Russisches Gas strömt wieder nach Weißrussland

Ausland
24.06.2010 20:41
Russland hat seine Gaslieferungen an Weißrussland am Donnerstag wieder aufgenommen. Die EU muss aber weiter mit Einschränkungen bei der Gaszufuhr rechnen: Weißrussland verlangt von Moskau höhere Gebühren für die Durchleitung und will andernfalls den Gastransit drosseln. Das Nachbarland Litauen hatte bereits 40 Prozent weniger Gas erhalten als vereinbart, am Donnerstag normalisierte sich die Menge nach Angaben des litauischen Energieversorgers zunächst wieder.

"Wir bedauern, dass es zu einem Konflikt gekommen ist", sagte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin nach einem Treffen mit Gazprom-Chef Alexej Miller. "Wir hoffen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Wir müssen mit unseren Partnern über alle Streitpunkte in einer normalen, arbeitsamen und freundschaftlichen Atmosphäre sprechen." Gazprom überwies zuvor 228 Millionen Dollar (186 Millionen Euro) an Transitgebühren nach Weißrussland. Die Regierung in Minsk hatte am Mittwoch Gas-Schulden in Höhe von rund 200 Millionen Dollar getilgt.

Minks verlangt höhere Transitgebühren
Die weißrussische Regierung verlangt nun aber höhere Durchleitungsgebühren und zeigte sich noch nicht damit zufrieden, das Gazprom 87 Prozent seiner Forderung beglich. Minsk bestand auf einer Zahlung von 260 Millionen Dollar für November und Dezember vergangenen Jahres und die ersten Monate dieses Jahres. Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow wies diese Forderung zurück.

Russland hatte am Mittwoch seine Gaslieferungen in das Nachbarland um 60 Prozent gedrosselt, in der Folge bekam auch das EU-Mitglied Litauen 40 Prozent weniger Gas. EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte in Brüssel, dies sei ein Angriff auf die gesamte EU und die beiden Konfliktparteien dürften "ihre Probleme nicht zu unseren machen".

Russland hat in den vergangenen Jahren ähnliche Konflikte auch mit der Ukraine ausgetragen - allerdings im Winter, was in etlichen EU-Abnehmerländern zu Problemen führte. Der Streit nun mit Weißrussland erschüttert nun weiter Russlands Ansehen als verlässlicher Energielieferant.

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