Drama in Spanien

Junge Festbesucher von Zug erfasst – Tote und Verletzte

Ausland
24.06.2010 11:36
Ein schweres Zugunglück erschüttert Spanien: Im Küstenort Castelldefels wurden in der Nacht auf Donnerstag zahlreiche Menschen von einem Schnellzug erfasst, als sie auf dem Weg zu einer Feier waren. 13 Jugendliche wurden dabei getötet, 14 weitere zum Teil schwer verletzt.

Die vorwiegend jungen Festbesucher wollten kurz vor Mitternacht am Bahnhof von Castelldefels die Gleise überqueren, um an den Strand zu gelangen. Dort fand nach altem Brauch ein Johannisfeuer statt, bei dem die Sommersonnenwende gefeiert wird.

Die Opfer hatten direkt die Gleise überquert, anstatt einen sicheren Fußgängertunnel zu benutzen. Die Jugendlichen waren kurz zuvor mit einer Regionalbahn im Küstenort eingetroffen. Der Lokführer des durchfahrenden Zugs, der aus Valencia kam und nach Barcelona unterwegs war, hatte keine Chance, das Drama zu verhindern.

Überlebende berichteten, die Unterführung sei wegen des großen Andrangs zum Fest völlig überfüllt gewesen. Außerdem sei die Gegend schlecht beleuchtet gewesen. In der Nähe des Bahnhofs gibt es auch eine Fußgängerbrücke, die aber wegen Bauarbeiten gesperrt war.

"Alles war voller Blut"
"Es war brutal. Es hörte sich an, als würde jemand Steine zermalmen, dabei waren es Menschen", erzählte der Besitzer des Bahnhof-Ladens unter Schock. "Alles war voller Blut und Leichenteile", sagte ein Anwohner.

Rund 40 Krankenwagen und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr eilten zu dem Unglücksort. Noch in der Nacht trafen auch erste Angehörige der Opfer ein. Der Zivilschutz brachte sie in die Stadthalle der 62.000 Einwohner zählenden Gemeinde. Dort wurden sie von Psychologen betreut.

Regierungschef: "Jugendliche waren unvernünftig"
Die Jugendlichen hätten unvernünftig gehandelt, weil sie die Gleise überquerten, anstatt die vorhandene Unterführung zu nutzen, sagte der katalanische Regierungschef Jose Montilla am Donnerstag. Die Staatsbahn Renfe erklärte, seitens des Unternehmens seien alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden.

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