Strache nannte die Zogajs "Asylbetrüger". Glücklicherweise habe der Verfassungsgerichtshof der freiheitlichen Linie stattgegeben. Verärgert gab er sich über Fekter und deren Reaktion auf den Spruch der Höchstrichter: "Dann kommen Sie daher und geben auch noch gute Ratschläge und Tipps."
Fekter wies dies vehement zurück und erklärte: "Ich gebe keine Tipps, schon gar nicht zu Scheinehen bezüglich einer legalen Einreise." Auf Journalistenfragen habe sie lediglich alle legalen Einreisemöglichkeiten aufgezählt. Die Ministerin hatte dabei am Dienstag neben Schülervisum und Saisonnier-Kontingent unter anderem auch die Möglichkeit einer Ehe genannt. Allerdings gilt hier ohnehin der Passus, dass die verheiratete Person 21 sein muss, um nach Österreich zu kommen - Arigona Zogaj ist jedoch erst 18.
Grüne und SPÖ plädieren für Menschlichkeit
Die Grünen zeigten sich in der Nationalratsdebatte bestürzt, dass die Zogajs nach dem Urteil des VfGH, wonach eine Abschiebung zulässig ist, das Land verlassen müssen: "Die Zogajs gehören zu uns, sie sollen hier bleiben", meinte Menschenrechtssprecherin Aleva Korun. Grünen-Chefin Eva Glawischnig machte die Koalitionsparteien für die Situation verantwortlich: "Die Gesetze, die so eine Situation produziert haben, haben sie mitbeschlossen." Die Politik habe sich die Familie Zogaj ausgesucht, "um Härte zu demonstrieren: Diese Familie wurde politisch zerstört".
Für Menschlichkeit plädierte auch SPÖ-Klubchef Josef Cap. Vielleicht habe es ein Bürokratie- oder auch ein Politik-Versagen gegeben, es sei aber auch ein menschliches Einzelschicksal zu berücksichtigen: "Was kann die Frau dafür?" Cap hofft, dass es eine Möglichkeit gibt, dass Arigona Zogaj in Österreicherin bleiben kann: "In gewissem Sinne ist sie eine Österreicherin."
Legale Möglichkeiten für Aufenthalt in Österreich
Arigona hat theoretisch mehrere Möglichkeiten, sich nach ihrer freiwilligen Ausreise wieder legal in Österreich aufzuhalten. Asylanwalt Wilfried Embacher verweist etwa auf die Möglichkeit zur Erlangung einer Aufenthaltsbewilligung für die Zeit der Ausbildung. Den Vorschlag einer Heirat hält er für "absurd". Realistisch erscheint laut dem Sozial- und Arbeitsministerium die Arbeit als Saisonnier. Voraussetzung für all dies ist, dass die Betroffenen nun freiwillig aus Österreich ausreisen. Im folgenden die Möglichkeiten für einen Aufenthalt:
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