"ÖVP-Beton" bröckelt

Gesamtschule für OÖ-Schulchef erstmals denkbar

Oberösterreich
07.06.2010 19:34
Nachdem für Oberösterreichs Schulchef Fritz Enzenhofer erstmals eine gemeinsame Schule für Zehn- bis 14-Jährige denkbar ist, sind die Wogen keineswegs geglättet. In den anderen Parteien freut man sich zwar über "bröckelnden ÖVP-Beton", an eine Kehrtwende kann man jedoch nicht so ganz glauben, die außerdem zu spät komme.

Enzenhofer versteht die Aufregung nicht: "Ich weise nur auf Konsequenzen hin: Wenn Gesamtschule, dann müssen auch wirklich alle hingehen. Pädagogisch wäre es für die Lehrer kein Problem, die können das. In den Land-Hauptschulen unterrichten sie ja auch hundert Prozent der Volksschüler."

Applaus bekommt Enzenhofer vom grünen Klubobmann Gottfried Hirz. "Nahezu historisch und weitreichend", freut er sich. Auch SPÖ-Klubobmann Karl Frais lobt, dass Enzenhofer "die Diskussion über die Gesamtschule in Oberösterreich neu eröffnet hat". Jubelklänge will er allerdings noch nicht anstimmen. "Da muss sich die ÖVP erst gegen ihre Blockierer auf Bundesebene durchsetzen."

Eva Schobesberger, Linzer Bildungsstadträtin der Grünen, kritisiert: "Da werden schon zu Beginn der Diskussion Knock-out-Kritierien formuliert – und der Sinneswandel hätte früher kommen sollen." Uneingeschränkte Freude herrscht bei der Aktion kritischer Schüler (AKS) in Linz: "Damit wird unsere langjährige Forderung nach einer gemeinsamen Schule für alle endlich erfüllt", so AKS-Vorsitzende Vanessa Gaigg.

Kronen Zeitung

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