23.10.2019 15:54 |

Wankel kommt auch noch

Mazda MX-30: Das erste Elektroauto hat RX-8-Türen!

Wenn die Abgasgesetzgebung ist, wie sie ist, und die Umstände sind, wie sie sind, kommt auch Mazda nicht daran vorbei, ein Elektroauto anzubieten. Das erste der Marke trägt den vielversprechenden Namen MX-30 und wurde gerade auf der Tokyo Motor Show vorgestellt.

Es ist ein kompaktes SUV-Coupé und eng verwandt mit dem CX-30, dessen Abmessungen er im Wesentlichen übernimmt, also 4,40 Meter Länge, 1,80 Meter Breite und 2,66 Meter Radstand. Ja, die Vermutung ist richtig: Die beiden Plattformen sind engstens verwandt. Die geringe Höhendifferenz ist den Lithium-Ionen-Akkus geschuldet, die im Unterboden verbaut sind.

Deren Kapazität liegt übrigens bei 35,5 Kilowattstunden, allzu weite Sprünge wird der Mazda also nicht machen. Wir schätzen 200 bis 250 Normkilometer. Die Motorleistung soll knapp über 140 PS liegen. Geladen wird mit bis zu 6,6 kW an Wechselstrom, bis zu 50 kW mit Gleichstrom.

Beim Design emanzipiert sich der MX- vom CX-30, nicht nur weil die Dachlinie coupéartig flach verläuft. Der Stromer weist viel mehr Kanten auf, außerdem wirkt die Front weniger aggressiv; sie ist etwas konventioneller gezeichnet. Auffälligster Unterschied ist jedoch das Türkonzept: Es wurde vom seligen Mazda RX-8 übernommen, d.h. die hinteren Türen sind nur halb so breit wie üblich, sind hinten angeschlagen (suicide doors) und lassen sich nur öffnen, wenn die Vordertüren offen sind. So, wie es auch der BMW i3 hat.

Auch das Innenraumdesign weist wenig Verwandtschaft zu den Geschwistern auf. Die gesamte Armaturenkonsole ist weniger lieblich gestaltet als in Mazda3 und Mazda CX-30, insbesondere die Mittelkonsole. Die versucht mit Korkeinlagen Sympathie-Punkte zu sammeln. Was kaum jemand weiß: Mazda hat vor 100 Jahren einst als Korkproduzent angefangen, lange bevor von Autos die Rede war. Ansonsten viel Recycling-Material im Interieur, dem man nicht ansieht, dass es teilweise aus PET-Flaschen besteht.

Der Mazda MX-30 kommt zwar erst im Herbst 2020 auf den Markt, ab sofort kann man jedoch gegen 1000 Euro Anzahlung eine „Edition One“ reservieren. Die beinhaltet zum Preis von 34.990 Euro u.a. 18-Zoll-Alus, Head-up-Display, Klimaautomatik, LED-Matrix-Scheinwerfer und ein Assistenzsystemepaket. Und die Lade-Wallbox für zu Hause ist auch mit dabei.

Ein Selbstläufer dürfte der MX-30 nicht werden. Immerhin hat sich Mazda des Reichweitenproblems bereits angenommen: Innerhalb der kommenden zwei Jahre folgt eine Version mit Range Extender: Der Reichweitenverlängerer soll ein Wankelmotor sein. Womit wir wieder beim RX-8 wären. Und beim Namen RX-30 - schließlich kann man RX als Abkürzung für Range Extender sehen...

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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