Pannen im System

Polizei muss ihre Strafanzeigen jetzt überprüfen

Kärnten
01.06.2010 20:10
Die Pannenserie beim Versenden von Anzeigen an Raser und Alko-Sünder hat Konsequenzen. Wie berichtet, sind manche Strafverfügungen der Bezirksbehörden gleich mehrmals verschickt worden, andere wiederum nie angekommen (siehe Infobox). Um sicherzugehen, dass niemand durch den Rost fällt, müssen in Kärnten alle Strafanzeigen der vergangenen sechs Monate überprüft werden.

"Es hat Probleme mit der digitalen Zustellung der Anzeigen gegeben", bestätigt der stellvertretende Bezirkshauptmann von Klagenfurt-Land, Johannes Leitner, die Pannenserie bei der Polizei.

Das neue Anzeigensystem, welches seit dem Vorjahr im Einsatz ist, sieht nämlich vor, dass der gesamte Polizeiakt am Computer bearbeitet wird. Wenn eine Anzeige jedoch vorzeitig ausgedruckt und auf dem Postweg verschickt wird, glaubt das System, dass dieser Fall bereits angeschlossen sei und legt ihn dann automatisch zu den Akten.

Einige Strafanzeigen kamen deshalb nie bei den Behörden an – und Alkolenker sowie Raser blieben ungeschoren. Nachdem die "Krone" diese Missstände aufgedeckt hat, muss die Polizei alle Anzeigen der vergangenen sechs Monate prüfen – ältere sind bereits verjährt.

"Mittlerweile wurden die Probleme mit neuen Kontroll- und Schulungsmechanismen beseitigt", so Oberst Wolfgang Gabrutsch vom Landespolizeikommando, dem seither keine neuen Fälle mehr bekannt sind.

von Hannes Wallner, "Kärntner Krone"

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