Hotel als „Kugelfang“

War es ein Fehlschuss oder ein Querschläger?

Der „Krone“-Bericht über den abgeprallten Schuss eines Jägers (51), der durch das Fenster eines Wellnesshotels in Bad Leonfelden in Oberösterreich in 810 Metern Entfernung flog, schlägt hohe Wellen. „Man muss jetzt herausfinden, ob es wirklich ein Geller war“, sagt Christopher Böck vom Landsjagdverband.

„810 Meter sind sehr weit. Dass da noch eine derartige Energie vorhanden gewesen sein soll, dass die Kugel ein Fenster durchschlägt und im Türrahmen stecken bleibt, ist schon fraglich“, so Böck zu der gefährlichen Causa.

Von Hochstand geschossen
Der beschuldigte Jäger soll von einem Hochstand aus auf Damwild in einem Wildgatter in Bad Leonfelden geschossen haben. Dabei soll ein Projektil vom unbefestigten Boden abgeprallt sein und in ein Fenster Hotels Falkensteiner geflogen sein. Am nächsten Tag entdeckten Mitarbeiter das kaputte Fenster und die Kugel, die im Türrahmen steckte. Die Spurensicherung der Polizei ergab nach Feststellung des Schusskanals die Flugrichtung aus dem Wildgatter.

Kein Jagdgebiet
Böck betont, dass solche Wildgehege kein Jagdgebiet sind, sondern zum Abschuss landwirtschaftlich genutzter Tiere für Wildfleisch dienen. „Gatterbesitzer brauchen nicht einmal einen Jagdschein, da reicht ein Kurs, der von der Landwirtschaftskammer angeboten wird“, so Böck. Über den Beschuldigten wurde seitens der Behörden ein Waffenverbot ausgesprochen. „Wenn bei den Ermittlungen herauskommt, dass die Zuverlässigkeit nicht gegeben war, können ihm die Behörden die Jagdkarte abnehmen“, erklärt Böck.

Keine Stellungnahme
Die „Krone“ konfrontierte auch den Verdächtigen (51) mit den Vorwürfen gegen ihn. Er sagt: „Es handelt sich um ein laufendes Verfahren, deshalb möchte ich derzeit nicht Öffentlich zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Man muss abwarten, was die Ermittlungen der Polizei noch ergeben.“

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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