Ein 20-jähriger Villacher zeigte am Samstag bei der Polizei an, dass Tschetschenen seinen Bruder in ihrer Gewalt hätten. Sie wollten ihn erst freilassen, wenn er sich mit den Tätern persönlich treffe.
Komplizen laut Polizei "untergetaucht"
Polizisten begleiteten den Mann zum vereinbarten Ort, hielten sich aber im Hintergrund. Als ein Tschetschene den Villacher packte und mit sich zerren wollte, griffen die Beamten ein. Für den 22-Jährigen klickten die Handschellen. Seine Komplizen dürften sich versteckt gehalten und die Festnahme beobachtet haben. "Sie haben den Festgehaltenen gehen lassen und sind untergetaucht", so ein Polizist.
"Handelt sich höchstens um Nötigung"
Tags darauf konnten drei Verdächtige, einer von ihnen ist Profiboxer, festgenommen werden. Das Trio sowie der mutmaßliche Haupttäter mussten aber bald darauf wieder freigelassen werden. Denn nach Ansicht von Staatsanwalt Franz Simmerstatter habe dieser Fall nichts mit Entführung zu tun: "Da handelt es sich höchstens um Nötigung."
Inzwischen wurde bekannt, dass sich die Villacher Polizei bereits mit acht ähnlichen Fällen beschäftigt. Dabei würden die Opfer erpresst, "Schutzgeld" zu zahlen, um Gewaltattacken zu entgehen. Aus Angst vor Repressalien sei allerdings noch niemand bereit gewesen, eine offizielle Aussage zu machen, heißt es.
von Hannes Wallner, "Kärntner Krone"
Symbolbild
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.